Zurück zum Wesentlichen

Benedikt XVI.: Nicht fragen, was ankommt, sondern worauf es im Glauben ankommt.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 13. August 2015 um 17:46 Uhr
Papst Benedikt XVI.

Von Markus Lederer:

Oftmals erscheint es in der heutigen Zeit so, als ob man den Glauben neu erfinden müsse. Verweltlichung lautet das Programm zur Rettung der Kirche. Bestimmte kirchliche Vorschriften, die mitunter seit Jahrtausenden bestehen und zum wesentlichen Kern des christlichen Glaubens gehören, werden als nicht mehr „zeitgemäß“ und als „überholt“ angesehen. Bevor man über seinen Glauben zu sprechen beginnt, muss man bereits vorher überprüft haben, ob diese Themen – etwa Teufel, Hölle, Fegefeuer, Beichte, Sünde, Schuld – anstößig sein könnten. Das Ergebnis ist klar. Man spricht einfach nicht mehr darüber und verkürzt dadurch den Glauben elementar. Es war ein Wunsch Papst Benedikts XVI., dass man endlich wieder darüber zu sprechen beginnt, worauf es im christlichen Glauben ankommt, anstatt immer über das zu sprechen, was ankommt.

Bereich der Liturgie

Insbesondere am Umgang mit der Heiligen Messe lässt sich die heutige Krise gut nachvollziehen. Alles muss angepasst werden. Viele Zeitgenossen sind der Meinung, dass die Heilige Messe – nach den Vorschriften der Kirche gefeiert – junge Menschen abschrecken könnte. Man müsse die Messe an die Jugend anpassen, lautet das Programm mancher Christen. Die Reihe dieser Verweltlichungsversuche ist lange: Mottomessen, Jugendmessen, Kindermessen und Rentnermessen. Fragwürdig müssten diese liturgischen Konzepte eigentlich schon längst sein, denn mitunter haben sie dazu geführt, dass der Glauben in Deutschland rapide zurück ging und die Anzahl der Gottesdienstbesucher nicht wuchs, sondern sich im steilen Sturzflug befindet.

Bereich der Glaubensverkündigung

Bestimmte kirchliche Themen sind mittlerweile No-Gos. Über Sünde und Schuld wird nicht mehr gesprochen, und die Hl. Beichte ist heutzutage zum Ladenhüter der Sakramente geworden. Über die Möglichkeit der ewigen Verdammnis – dem ewigen Getrenntsein von der Liebe Gottes – will eigentlich auch keiner mehr reden. Zum Gehorsam gegenüber der kirchlichen Lehre wird nicht mehr aufgerufen. Denn man kann sich seinen Glauben mittlerweile ja selbst zusammenstellen. Aus dem Pool der christlichen Gebote mixt man sich in der Manier eines Barkeepers sich selbst seinen christlichen Glauben zusammen. Und die Gebote mit denen ich nicht klarkomme, die kommen nicht in meinen eigenen christlichen Cocktail.

Zurück zum Wesentlichen

Die Lösung um diesem Zerfall des christlichen Lebens im 21. Jahrhundert entgegenzuwirken, ist der Weg zurück zum Wesentlichen. Die ständige Anpassung an die Lebenswirklichkeit der Menschen hat dazu geführt, dass man nicht mehr Jesus Christus findet, sondern nur noch sich selbst. Der richtige pastorale Weg kann nicht darin bestehen, die kirchliche Lehre immer mehr zu verwässern. Der richtige pastorale Weg muss über die Sakramente hin zu Christus führen. Gebet, Beichte, Messe. Mögen wir als Christen also stets darum bemüht sein, dass Wir das sagen, worauf es ankommt und nicht was ankommt.

Foto: Papst em. Benedikt XVI. – Bildquelle: David Bohrer, White House