Warum lässt Gott Flugzeugabsturz zu?

Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki äußert sich zu dem dramatischen Unglück.
Erstellt von Radio Vatikan am 30. März 2015 um 23:43 Uhr
Kardinal Woelki

Köln (kathnews/RV/domradio/dw). Papst Franziskus erinnerte beim Angelus-Gebet am Sonntag auf dem Petersplatz an die vielen Opfer des Flugzeugabsturzes vom Dienstag. Die Opfer vertraue er der Muttergottes an. Nach dem Unfall der Airbus-Maschine der deutschen Germanwings in den französischen Alpen gibt es noch etliche offene Fragen. Aus religiöser Sicht stellen sich viele Gläubige die Frage, wie ein allmächtiger und liebender Gott ein Unglück wie den Flugzeugabsturz in Frankreich zulassen könne. Dazu äußert sich nun der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki an diesem Palmsonntag. Genauso bleibe die Frage, warum weltweit Menschen leiden und sterben müssten, sagte er am Sonntag dem Kölner Domradio. Zugleich wies er zu Beginn der Karwoche aber darauf hin, dass Jesus Christus gekreuzigt und Gott selber in den Tod gegangen sei. Dies helfe dabei, trotz aller Empörung, Klage und Trauer sich Gott anzuvertrauen und zu beten.

Schweigen ist besser

Der Kardinal kritisierte die Berichterstattung nach dem Absturz. Im Minutentakt hätten die Medien immer wieder die gleichen Bilder und Informationen geliefert. „Es gibt Momente, da schweigt man besser“, so der Erzbischof. Es sei auch gut, „wenn die Hinterbliebenen und Angehörigen der Opfer des Flugzeugabsturzes liebe und gute Menschen finden, die schweigend da sind“. Es müsse indes auch „Platz sein für Klage, Anklage – und wie ich finde, auch für Empörung -, wenn ein einziger Mensch so vielen völlig unschuldigen Menschen dieses unendliche Leid zufügt“.

Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine am Dienstag deutet bislang alles auf eine Schuld des Co-Piloten hin. Laut Medienberichten war der 27-jährige Co-Pilot schwer depressiv, hatte Sehstörungen und fürchtete um seine berufliche Zukunft. Französische Ermittler erklärten nun jedoch, auch ein technischer Fehler könne noch nicht als Unglücksursache ausgeschlossen werden. Ergebnisse vom Absturzort in den französischen Alpen müssten mit Ergebnissen der deutschen Ermittler und dem Flugverlauf verbunden werden. Bergungstrupps suchen weiter nach dem zweiten Flugschreiber.

Zentraler Trauerakt im Kölner Dom

Mit einem staatlichen Trauerakt und einem ökumenischen Gottesdienst im Kölner Dom wird am 17. April der 150 Todesopfer des Airbus-Absturzes in den französischen Alpen gedacht.Erwartet werden nach Angaben der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel, aber auch ausländische Gäste aus Spanien, Frankreich und weiteren Heimatländern der Toten.

Foto: Kardinal Woelki – Bildquelle: Martin Lohmann / LohmannMedia