Verbot der Handkommunion – Diözese veröffentlichte Dekret

Die Instruktion „Redemptoris Sacramentum'" der römischen Gottesdienstkongregation von 2004 mahnt ausdrücklich ein Verbot der Handkommunion an, „wenn die Gefahr einer Profanisierung“ besteht.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 3. Februar 2016 um 17:24 Uhr
Kelch

La Paz (kathnews/katholisches.info). Am 16. August 2015 gab Bischof Krzysztof (Cristobal) Bialasik SVD von Oruro in Bolivien das Verbot der Handkommunion in seiner Diözese bekannt. Erlaubt sei nur mehr die Mundkommunion. Bischof Bialasik reagierte damit auf Vorfälle, bei denen konsekrierte Hostien als Handkommunion empfangen und dann mitgenommen wurden. Es sei „unerträglich“, so der Bischof, daß man nicht wisse, was mit dem Leib Christi geschehen ist.

Mundkommunion nach wie vor ordentliche Form

Am 6. Januar 2016 unterzeichnete Bischof Bialasik nun das entsprechende kirchenrechtliche Dekret, mit dem das Verbot der Handkommunion formalisiert wurde. Adelante la Fe veröffentlichte das „Dekret zum Empfang der Heiligen Kommunion in den Mund“

Der Bischof führt dabei die geltenden kirchlichen Bestimmungen an. Keine sieht vor, daß die Handkommunion die ordentliche Art zum Empfang der Heilige Kommunion ist. Laut Lehramt und Kirchenrecht ist die Mundkommunion die einzige ordentliche Form, den Leib Christi zu empfangen. Die Handkommunion, so der Bischof, sei „nur als Indult“ erlaubt, die von Fall zu Fall einer Bischofskonferenz, wenn diese es wünscht, gewährt werden könne. Die Zuständigkeit liegt ausschließlich beim zuständigen Diözesanbischof. Bischof Bialasik verweist auf die Instruktion Redemptoris Sacramentum der römischen Gottesdienstkongregation vom April 2004, die ausdrücklich ein Verbot der Handkommunion anmahnt, „wenn die Gefahr einer Profanisierung“ besteht.

Gründe für das Verbot der Handkommunion

Der Bischof von Oruro nennt im Dekret drei Gründe für das von ihm am 16. August ausgesprochene Verbot der Handkommunion: „um den würdigen Empfang der Eucharistie zu fördern“, „um den Glauben an die Realpräsenz Jesu Christi zu stärken“ und „um die Profanisierung des Leibes Christi zu vermeiden“.

Die entscheidende Stelle des Dekrets lautet: „Wir bekräftigen für die Diözese Oruro die Verpflichtung, das universale Kirchengesetz zum Empfang der Kommunion in den Mund zu befolgen, da der Indult, die Kommunion auf die Hand empfangen zu können, nicht zur Anwendung kommt.“ Das Dekret wurde in der Februarausgabe des Amtsblattes der Diözese veröffentlicht.

Bischof Cristobal (Krzysztof) Bialasik wurde 1958 in Zbąszynek (Neu-Bentschen) geboren und ist Steyler Missionar. 1985 wurde er von Erzbischof Henryk Kardinal Gulbinowicz von Breslau zum Priester geweiht. Papst Benedikt XVI. ernannte ihn 2005 zum Bischof von Oruro. 2014 wurde in seiner Diözese die höchste Marienstatue der Welt (ohne Sockel) eingeweiht. Sie ist dem Gnadenbild Unserer Lieben Frau von Candelaria del Socavón von Oruro nachempfunden.

Das Bistum Oruro wurde 1924 von Papst Pius XI. errichtet und ist Suffraganbistum der Erzdiözese Cochabamba. Es ist mit 53.000 Quadratkilometern größer als Niedersachsen und zählt etwa 440.000 Katholiken, 42 Priester und 42 Pfarreien.

Foto: Kelch – Bildquelle: C. Steindorf, kathnews