Trappistenabtei Mariawald bei Aachen wird geschlossen

Kein Nachwuchs. Schließung noch in diesem Jahr.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 23. Januar 2018 um 18:28 Uhr

Aachen/Rom/Heimbach (kathnews). Die Trappistenabtei Mariawald wird geschlossen. Das meldeten heute die Aachener Nachrichten unter Berufung auf eine Mitteilung der Kongregration für die Institute des geweihten Lebens in Rom. Der Grund sei die Vergreisung der Mönche und der Nachwuchsmangel. „Interessenten hatten wir genügend“, sagte M. Josef Vollberg OCSO, ehemaliger Abt der Abtei, dem Reakteur, der selber im Hausstudium des Klosters Latein und Kirchenrecht dozierte. „Die jungen Leute lieben die alte Messe. Aber das Klosterleben ist mehr als die alte Messe.“ Die strenge Klosterdisziplin („stenge Observanz“) halte junge Leute von einem Eintritt ab. Um 3.30 Uhr z.B. versammelten sich die Mönche zum Chorgebet. Die endgültige Entscheidung zur Schließung sei jetzt insbesondere in Fürsorge für die zehn dort noch lebenden Mönche getroffen worden. Sie seien im Durchschnitt 81 Jahre alt, ihre Versorgung vor Ort sei nicht mehr gewährleistet, meldeten die Aachener Nachrichten.

„Für die Gemeinschaft ist es kaum mehr möglich, eigenständig im Kloster zu leben und die dort notwendigen Aufgaben zu erfüllen. Der älteste Mitbruder ist bereits 94 Jahre alt“, sagt der Päpstliche Kommissar Abt Bernardus Peeters OCSO, der von der Kongregation mit der Schließung beauftragt ist. Die endgültige Schließung solle noch in diesem Jahr erfolgen. Papst Benedikt XVI. erteilte 2008 auf Bitte des Abtes Dom Josef Vollberg OCSO dem Kloster das Privileg, zur Liturgie und Observanz im Usus des Ordens von Monte Cistello zurückzukehren. Dieser galt bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil.

Bildquelle: Daniel Tibi – Foto: Abteikirche Mariawald in der Eifel