Tageszeitung „Die Welt” betreibt unseriöse Stimmungsmache gegen den Vatikan

Von Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MiT-Verlag und des Christoferuswerk in Münster.
Erstellt von Felizitas Küble am 24. August 2014 um 14:42 Uhr
Petersdom

Am gestrigen Samstag, den 23. August, veröffentlichte die Tageszeitung „Die Welt” online einen Artikel über Mißbrauchstaten des polnischstämmigen Ex-Vatikandiplomaten und Ex-Erzbischofs Weselowski. Im Laufe des Berichts erfährt man zwar, daß der mutmaßliche Kinderschänder vom Vatikan als Botschafter in der Dominikanischen Republik amtenthoben und darüber hinaus aus dem Priesterstand entlassen wurde, doch im Titel der Zeitung ist durchaus nicht vom „Ex-Erzbischof” oder „ehemaligen” Erzbischof die Rede, wie dies logisch und korrekt wäre.

Noch schlimmer: Es heißt schon in der Einleitung, Weselowski „laufe frei in Rom herum, vom Vatikan geschützt”. Ebenso tendenziös und schlichtweg falsch ist der Schlußsatz des reißerischen Artikels: „Dass der Vatikan jetzt einen mutmaßlichen Täter in einem der dramatischsten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche schützt, wird für etliche Gläubige mehr als ernüchternd sein.” Für das angebliche „freie Herumlaufen” beruft sich die Verfasserin Constanze Reuscher auf eine einzige und noch dazu anonym bleibende, angebliche Zeugenaussage. Daß der Mißbrauchstäter „vom Vatikan geschützt” werde, weil er nicht der Justiz der Dominikanische Republik überstellt wird, stellt eine billige und dümmliche Stimmungsmache gegen die katholische Kirche dar, denn der Ex-Vatikan-Diplomat ist nun einmal Bürger des Vatikanstaates – und daher entspricht es dem üblichen und international gängigen Recht, daß er in seinem Heimatstaat verurteilt wird, nicht in seinem Gastland.

Dazu kommt, daß das Urteil der Glaubenskongregation gegen den Ex-Erzbischof noch nicht rechtskräftig ist, weil die Einspruchsfrist des Beschuldigten noch nicht abgelaufen ist – und es entspricht den üblichen rechtlichen Standards, einen Angeklagten erst zu verhaften, wenn ein rechtskräftiges Urteil vorliegt. Die Einhaltung rechtsstaatlicher Kriterien wird folglich in diesem streckenweise unseriösen Artikel als Hebel für haltlose und unfaire Seitenhiebe gegen den Vatikan verwendet. Es wird unterschlagen, daß der Vatikan sich als Staat in dieser Causa rechtskonform verhält und keineswegs einen Mißbrauchstäter „schützt”; vielmehr ihn bereits vorweg kirchenrechtlich bestraft (amtsenthoben, suspendiert, laiisiert) und zudem durch die Glaubenskongregation verurteilt hat.

Textquelle: Christliches Forum

Foto: Petersdom – Bildquellle: Emilio García, CC