Sekretär des emeritierten Papstes warnt vor Islamisierung Europas

Auch der Vatikan teilt die Ängste vieler Europäer.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 30. Dezember 2014 um 22:37 Uhr
Petersdom

Vatikan/Innsbruck (kathnews). Der Privatsekretär des Papstes mahnt den Kontinent, die Gefahren, die von einer Ausbreitung des Islam ausgingen, nicht zu unterschätzen. Auch Marlon Possard von kathnews warnt vor einem „Kultur- und Religionskrieg“, der bereits im Gange sei.

Schleichende Islamisierung Europas

Der Privatsekretär von Papst em. Benedikt XVI. hat vor einer drohenden Islamisierung Europas gewarnt. „Die Islamisierungsversuche im Westen sind nicht wegzureden”, sagte S.E. Erzbischof Dr. Georg Gänswein. „Die damit verbundene Gefahr für die Identität Europas darf nicht aus falsch verstandener Rücksicht ignoriert werden.”

Auch Redakteur und „Rom-Insider“ Marlon Possard spricht dieses Thema offen an: „Ich habe viele Kontakte nach Rom, auch in den Vatikan, zu verschiedenen Priestern“, so Possard. „Dieses Thema wird auch dort heiß diskutiert und angesprochen und ist gerade für uns Christen ein brisanter Gesprächspunkt“, äußerte er sich weiter.

Regensburger Rede

Erzbischof Gänswein verteidigte zugleich die umstrittene Regensburger Rede des emeritierten Papstes. Das Kirchenoberhaupt habe nur „einer bestimmten Blauäugigkeit entgegen wirken” wollen, erklärte der Privatsekretär. Mit dem Zitat eines byzantinischen Kaisers, wonach man im Islam „nur Schlechtes und Inhumanes finden” könne, hatte der Papst massive weltweite Proteste von Muslimen ausgelöst.

Keine Wahnvorstellung

„Der Islam ist in vielen Punkten sehr umstritten. Ich stelle hiermit klar, dass die berechtigten Anliegen der Bürger bezüglich des Islam in Europa absolut berechtigt seien,  denn der Islamismus ist ein reales Problem. Ein Kultur- und Religionskrieg ist keine Wahnvorstellung mehr – nein, er ist bereits im Gange, angeführt vom Islam, wie jüngste Beispiele zeigen“, kritisierte Dipl.-Bkfm. Possard im Interview.

Dialog mit den Ost-Kirchen wichtig

Neben der Auseinandersetzung mit dem Islam sei auch der Dialog mit den Ost-Kirchen wichtig, sagte S.E. Gänswein. Die Spaltung zwischen orthodoxer und katholischer Kirche müsse überwunden werden. „Die Wiederherstellung der vollen Einheit im Glauben ist ganz gewiss ein großes Ziel”, sagte der Papst-Sekretär. Auch müsse etwa noch die Frage nach der Stellung des Papstes geklärt werden, räumte er ein. „Aber es ist ein Skandal, dass die Christenheit noch immer gespalten ist.”

Foto: Petersdom – Bildquellle: Emilio García, CC