Rücktritt von Bischof Huonder offiziell angenommen

Ehemaliger Bischof von Chur verbringt Ruhestand bei Piusbruderschaft.
Erstellt von Martin Bürger am 22. Mai 2019 um 11:00 Uhr
Alte Messe - Manipel

Vatikan/Chur/Wangs (kathnews). Bischof Vitus Huonder wurde am Montag, 20. Mai 2019, durch Papst Franziskus von seinem Amt als Diözesanbischof des Bistums Chur in der Schweiz entbunden. Gleichzeitig kündigten Bischof Huonder und Pater Davide Pagliarani, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX), in einer gemeinsamen Erklärung an, dass sich der Bischof „in ein Haus“ der Bruderschaft zurückziehen werde. Weiter heißt es: „Absicht und Zweck dieses Schrittes bestehen allein darin, sich dem Gebet und dem Schweigen zu widmen, ausschließlich die traditionelle Messe zu feiern und für die Tradition zu wirken, worin er das einzige Mittel zur Erneuerung der Kirche erkennt.“ Die Piusbruderschaft äußerte den Wunsch, dass andere „diesem Beispiel folgen“ möchten.

Bereits im Januar 2019 war bekannt geworden, dass sich der Bischof im Institut Sancta Maria in Wangs zur Ruhe zu setzen gedenke. Bei dem Institut handelt es sich um eine Jungenschule mit angeschlossenem Internat. Gegenwärtig studieren dort rund 100 Kinder aus den deutschsprachigen Ländern. Ebenfalls im Januar hatte das St. Galler Tagblatt über die Reaktion von Pater Pirmin Suter, der die Schule in Wangs leitet, berichtet: „Ja, das ist für uns alle eine große Freude und eine besondere Ehre.“ Bischof Huonder habe sich den Schülern schon vorgestellt und deren Sympathie gewonnen, so Suter.

Man habe zunächst über seine Motive gerätselt, erinnerte sich Pater Suter an den ersten Anruf des Churer Bischofs. „Im persönlichen Gespräch hat er dann den Wunsch geäußert, seinen Lebensabend bei uns verbringen zu dürfen.“ Neben einem Zimmer mit Bad werde dem Bischof auch ein kleines Büro mit Balkon zur Verfügung stehen – allerdings kein Fernseher und kein Internet. Suter kommentierte: „Ich denke, dass er lieber ein paar Stunden vor dem Allerheiligsten in der Kapelle verbringen wird als vor einem Bildschirm.“

In der noch jungen Geschichte der Piusbruderschaft hatte sich bereits einmal zuvor ein Bischof im Ruhestand der traditionalistischen Priestergemeinschaft angeschlossen. Bischof Salvador Lazo y Lazo von den Philippinen war Diözesanbischof von San Fernando de La Union. Mit Erreichen der Altersgrenze trat er 1993 zurück. Wenig später kam er mit der Piusbruderschaft in Kontakt. Seit August 1995 zelebrierte er ausschließlich die überlieferte Messe. Am 11. April 2000 starb er nach kurzer Krankheit.

Foto: Manipel – Alte Messe – Bildquelle: Berthold Strutz