Regensburger Bischof: Eucharistiegemeinschaft ist nicht Mittel, sondern Ziel

Im Kommunionstreit ist nun Rom am Zuge.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 29. Juni 2018 um 14:20 Uhr
Dom zu Regensburg

Regensburg (kathnews). Nachdem der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz diese Woche die pastorale Handreichung in Sachen Kommunionempfang für den evangelischen Partner in einer konfessionverschiedenen Ehe als „Orientierungshilfe“ jedem einzelnen Ortsbischof mitgegeben hat, bleibt die Umsetzung in den einzelnen Diözesen im Ermessen des jeweiligen Diözesanbischofs. Dieser ist an die unversalkirchliche Praxis verwiesen. Das erklärte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer in einem Interview der kath. Wochenzeitung „Die Tagespost“. Im Brief der Glaubenskongregation an die Bischöfe „wird eine authentische Interpretation von Canon 844 in Aussicht gestellt. Bis dahin gilt nach wie vor erst einmal die Regelung des Ökumenischen Direktoriums“, sagte der Bischof. (Hervorhebung: GPW).

Gretchenfrage im Kommunionstreit: Was meint „schwere Notlage“ in can. 844 § 4

Dabei bedürfe es vor allem „(e)iner vertieften – nicht nur kanonistischen, sondern theologischen – Untersuchung … der Begriff der ‚gravis (spiritualis) necessitas‘, erklärte der Regensburger Bischof der „Tagespost“. Die Frage lautet: „(B)edeutet das ‚gravierende Sorge um das Seelenheil angesichts des nahenden Todes‘, ‚geistliches Bedürfnis‘ (subjektiv) oder doch eher „geistliche Notlage“ (objektiv)‘, formuliert Bischof Vorderholzer die zentrale kanonistische Frage in diesem Streit. Auch bestehe ‚eine große Unsicherheit in der Frage, welche Elemente nun alle zum „Glauben bezüglich der Eucharistie“ gehören. Sind es nur die Themen der klassischen Eucharistielehre (Opfercharakter, Realpräsenz, Transsubstantiation), oder gehören zum Glauben bezüglich der Eucharistie nicht auch das sakramentale Priestertum und die kirchenkonstituierende Bedeutung der Eucharistie? Was ist mit dem Zusammenhang der Sakramente: Firmung und Beichte als Voraussetzung?“

Ziel, nicht Weg

Erneut erteilte Bischof Voderholzer einer falsch verstandenen Ökumene, die die Eucharistie als Mittel und nicht als Ziel zur vollen Kirchengemeinschaft der getrennten Christen mit der Katholischen Kirche sehe, ganz in Einheit mit dem Zweiten Vatikanischen Konzils und des nachkonziliaren päpstlichen Lehramtes eine Absage.

Siehe auch:

Noch kein grünes Licht

Gretechenfrage

Was meint „schwere Notlage“

Foto: Regensburger Dom – Bildquelle: Kathnews