Paul VI. – Credo des Gottesvolkes: Opfercharakter und Transsubstantiation

Papst Paul VI. verteidigte den Opfercharakter der heiligen Messe sowie die Lehre von der Wesensverwandlung (Transsubstantiation) der Gestalten von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 8. September 2018 um 12:09 Uhr
Alte Messe

Vor 50 Jahren verkündete der selige Papst Paul VI. das „Credo des Gottesvolkes“. Er war bemüht, die nachkonziliare Kirchenkrise, die durch eine „Hermeneutik des Bruches“ (Benedikt XVI.) entstanden ist, zu überwinden, ohne das Reformanliegen des Konzils zu gefährden. Das Konzil versteht richtig, wer es in der „Hermeneutik der Reform in Kontinuität“ (Benedikt XVI.) liest. In diesem Sinne sah sich Papst Paul VI. veranlasst, die tradionellen und unveränderlichen Inhalte des katholischen Glaubens zu bestätigen.

Die Heilige Messe

Wir glauben, dass die heilige Messe, wenn sie vom Priester, der die Person Christi darstellt, kraft der durch das Weihesakrament empfangenen Gewalt gefeiert und im Namen Jesu Christi und der Glieder Seines mystischen Leibes dargebracht wird, das Opfer von Calvaria ist, das auf unseren Altären sakramental vergegenwärtigt wird.

Die Eucharistie

Wir glauben, dass in der Weise, wie Brot und Wein vom Herrn beim letzten Abendmahl konsekriert und in Seinen Leib und Sein Blut verwandelt worden sind, die Er für uns am Kreuze geopfert hat, auch Brot und Wein, wenn sie vom Priester konsekriert werden, in den Leib und das Blut Christi verwandelt werden, der glorreich in den Himmel aufgefahren ist. Und wir glauben, dass die geheimnisvolle Gegenwart des Herrn unter den äußeren Gestalten, die für unsere Sinne in derselben Weise wie vorher fortzubestehen scheinen, eine wahre, wirkliche und wesentliche Gegenwart ist.

Christus kann in diesem Sakrament nicht anders gegenwärtig sein als durch Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in Seinen Leib und die Verwandlung der ganzen Substanz des Weines in Sein Blut. Dabei bleiben nur die Gestalten von Brot und Wein, wie sie unsere Sinne wahrnehmen, unverändert erhalten. Diese geheimnisvolle Verwandlung nennt die Kirche auf sehr treffende Weise Transsubstantiation (Wesensverwandlung).

Jede theologische Erklärung, die sich um das Verständnis dieses Geheimnisses bemüht, muss, um mit unserem Glauben übereinstimmen zu können, daran festhalten, dass Brot und Wein der Substanz nach, in der objektiven von unserem Denken unabhängigen Wirklichkeit, nach der Konsekration zu bestehen aufgehört haben, so dass nunmehr der anbetungswürdige Leib und das anbetungswürdige Blut unseres Herrn vor uns gegenwärtig sind – unter den sakramentalen Gestalten von Brot und Wein. So hat es der Herr gewollt, um sich uns zur Speise zu geben und uns einzugliedern in die Einheit Seines mystischen Leibes.

Anbetung der Gegenwart Christi

Das eine und unteilbare Dasein des verklärten Herrn im Himmel wird damit keineswegs vervielfältigt. Es ist durch das Sakrament vergegenwärtigt an den vielen Orten der Erde, wo das Messopfer dargebracht wird. Diese gleiche Gegenwart bleibt auch nach der Feier des heiligen Opfers im allerheiligsten Sakrament fortbestehen, das im Tabernakel aufbewahrt wird, der die Herzmitte unserer Kirchen ist. Es ist uns eine heilige Pflicht, das fleischgewordene Wort, das unsere Augen nicht erblicken können und das, ohne den Himmel zu verlassen, sich uns vergegenwärtigt, in der heiligen Hostie, die unsere Augen sehen können, anzubeten und zu verehren.

Foto: Alte Messe – Bildquelle: Hans Krohn