Papst Franziskus: Gott will die verschiedenen Religionen nicht, aber er lässt sie zu

In einer Audienz erläuterte Papst Franziskus eine falsch verstandene Äußerung auf seiner jüngsten Reise nach Arabien.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 8. März 2019 um 10:07 Uhr
Papst Franziskus

Vatikan (kathnews). Weihbischof Athanasius Schneider hat der CNA ein Interview gegeben. Anlass war ein Ad-Limina-Besuch in Rom. In dem Interview referiert der Weihbischof mit Zustimmung des Papstes unter anderem auch dessen Antwort auf die Frage, was er denn bei seinem jüngsten Besuch in Arabien mit dem Satz meinte, dass Gott die Verschiedenheit der Religionen wolle. Der Papst habe geantwortet, er habe in seinem in Arabien unterschriebenen Friedens-Dokument damit gemeint, dass Gott verschiedene Religionen zulasse, nicht aber, dass er sie positiv wolle. Wörtlich sagte der Heilige Vater: „(Y)ou can say that the phrase in question on the diversity of religions means the permissive will of God.“ (Sie können sagen, dass dieser betreffende Satz in Bezug auf die Verschiedenheit der Religionen den Willen Gottes bedeutet, mit dem er (die verschiedenen Religionen) zulässt („permissiv will“).

Kommentar der Redaktion:

Gott will also die verschiedenen Religionen nicht, aber er lässt sie zu, wie er auch den Irrtum, das Böse, die Sünde nicht will, aber doch zulässt.

Zwar anerkennt die Kirche, dass es auch in anderen Religionen eine Gotteserfahrung gibt und damit auch einen „Lichtstrahl der göttlichen Wahrheit“ in den nichtchristlichen Religionen aufscheint, dennoch hält die Kirche mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil nach wie vor daran fest, dass nur Christus alleine der „Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist (vgl. Vatikanum II, u.a. Nostra aetate Nr. 2). Die Kirche hat auch mit Vatikanum II nicht den Alleinanspruch Christi und der katholischen Kirche aufgeben (vgl. LG 8), auch wenn die Kirche in den anderen Religionen nichts ablehnt, was in ihnen heilig und wahr ist. Diesem Anspruch der Kirche bzw. des Christentums weiß sich Papst Franziskus verpflichtet.

Lesen Sie hier das vollständige Interview mit Weihbischof Schneider englischer Sprache 

Foto: Papst Franziskus – Bildquelle: Kathnews