Note „mangelhaft“ in Dogmatik für die Mehrheit der DBK

Der Dogmatiker Karl-Heinz Menke hinterfragt hinsichtlich des Textes der pastoralen Handreichung für die Zulassung evangelischer Christen in konfessionsverschiedener Ehe die theologische Kompetenz der DBK.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 26. Mai 2018 um 12:37 Uhr
Kardinal Reinhard Marx

Köln (kathnews/Domradio). Müsste er die pastorale Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz für die Zulassung von evangelischen Christen in einer konfessionsverschiedenen Ehe benoten, würde er ihr die Note „mangelhaft“ geben. Das sagt der renommierte Dogmatiker Karl-Heinz Menke in einem Interview des Kölner Domradios. Dem Papier, das er kenne, fehle

  • „eine gründliche Reflexion über den Unterschied zwischen dem sakramentalen Kirchenverständnis der Katholiken und dem nichtsakramentalen Kirchenverständnis der Protestanten“.
  • Außerdem vermisst der Dogmatiker „eine klare Bezeichnung des Unterschiedes zwischen dem Abendmahl, das die Veranschaulichung des Rechtfertigungsgeschehens ‚allein aus Gnade‘ ist“, und dem „die Bekenntnisgemeinschaft mit dem Ortsbischof und dem Petrusnachfolger gebundenen Eucharistieverständnis der Katholiken“.
  • Des Weitern bemängelt Professor Menke das Fehlen jeder „Reflexion über das Problem, dass dem katholischen Partner einer konfessionsverbindenden Ehe die Teilnahme am protestantischen Abendmahl von Seiten der katholischen Kirche auch in Zukunft verwehrt bleiben soll“.
  • Ferner berücksichtigt die Mehrheit der Bischöfe nicht die „Folgen für die kirchliche Bindung der Kinder konfessionsverbindender Ehen“.
  • Das gelte auch „für den protestantischen Partner konfessionsverbindender Ehen. Mehr als dies zu erklären, ist nicht erforderlich. Man kann die Gewissensentscheidung des einzelnen Betroffenen nicht dadurch entlasten, dass man Ausnahmen regelt“, kritisiert Menke die Mehrheit der DBK, die sich für das Papier entschieden hat.

„Dass außer dem Erzbischof von Köln und einigen bayerischen Bischöfen die Mehrheit des deutschen Episkopates ein Papier von solch mangelhafter theologischer Qualität durchgewunken hat und über eine Frage mit Mehrheit entscheiden wollte, die auf die weltkirchliche Ebene gehört und auch dort nicht mit einer Abstimmungsmehrheit entschieden werden kann, hat mich nachhaltlich irritiert“, zitiert das Domradio den Dogmatiker.

Zum ganzen Interview: Domradio

Foto: Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzener der DBK – Bildquelle: Wolfgang Roucka