Niederländischer Kardinal: Anpassung hat Unglaube zur Folge

Kirchenkritische Katholiken überzeugen und zur Wahrheit führen.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 24. Dezember 2015 um 13:01 Uhr

Utrecht (kathnews). Barmherzigkeit ist keine Gelegenheit, sich mit kritischen Katholiken zu versöhnen. Das sagt Wim Kardinal Eijk, Erzbischof von Utrecht und Vorsitzender der Niederländischen Bischofskonferenz in der Weihnachtsausgabe der niederländischen „Volkskrant“. Menschen, die dem Glauben kritisch gegenüberstehen und Glaubensinhalte nicht annehmen können, müsse man versuchen zu überzeugen und zur Wahrheit zu führen. „Denn die ist einzig und unveränderlich. Man kann nicht mit kritischen Katholiken zu einem Vergleich kommen, indem man Wahrheiten zur Diskussion stellt. Vielleicht kann dat Thema Barmherzigkeit echte Gläubige und kritische Katholiken zueinander führen. Nun ja: Barmherzigkeit bedeutet nicht von der Wahrheit absehen. Das ist unmöglich.“

Kinderbeichte

Außerdem will der Kardinal die Kinderbeichte wieder mehr ins Zentrum rücken. „In verschiedenen Orten unseres Erzbistums werden Feiern stattfinden mit Anbetung des Allerheiligsten. Wir hoffen, auf diese Weise, eine Anzahl von Dingen anzuregen wie z. B. die Kinderbeichte. Man ist nicht mehr daran gewöhnt, aber sie ist nie abgeschafft worden. Die Beichte ist eine wichtiges Mittel, um das persönliche Band mit Christus zu pflegen und zu stärken. Darum ist es gut, wenn Menschen schon im Kindesalter das Sakrament der Beichte kennenlernen.“

Unwissen

Der Utrechter Erzbischof hält das Unwissen der katholischen Lehre für ein größeres Problem als Antipathie. „Oft auch bei Journalisten. Sie wissen nicht, was die Kirche ist, was ihre Ziel ist, ws sie verkündet. Unwissen führt dazu, dass über uns falsch berichtet wird.“ Das habe einen Verlust an Vertauen, dass die Kirche genießt, zur Folge. „Denn Vertrauen ist in gewisser Hinsicht auf Kenntnis basiert. Man hat keine Vertrauen haben zu dem, was man nicht kennt“.

Keine Anpassungen

Schließlich weist der Kardinal auf die Gefahr von Anpassungen hin. „Anpassungen an das, wovon wir denken, dass es dem Geschmack der Gesellschaft entspricht, ist verführerisch. Sie führt aber auf lange Sicht zum Untergang der Kirche. Wir sahen das in den 60er Jahren. Damals versuchte man, mit Anpassungen der Liturgie so viel Menschen wie möglich innerhalb der Kirche zu halten. Am Ende müssen wir immer die Zeche zahlen. Eine liberale Geisteshaltung führt auf die Dauer zu Unglaube.“

Foto: Kardinalsbirett – Bildquelle: Kathnews