Neue Kirchenspaltung aus Deutschland?

Katholische Bischöfe und evangelische Christen fordern gemeinsam etwas, was Protestanten mit ihrer Ablehnung der Priesterweihe und der apostolischen Sukzession ja selbst nicht wollen. Ein Kommentar von Dr. Eduard Werner.
Erstellt von Felizitas Küble am 6. Juni 2018 um 15:36 Uhr
Bischöfe

Die Befürchtung von Erzbischof Charles J. Chaput, von Deutschland könnte jetzt eine neue Kirchenspaltung ausgehen, scheint bereits einzutreten. Erfahrungsgemäß erleidet die Kirche ja alle 500 Jahre eine neue Spaltung. Dass sie dieses Mal vom früher marianisch geprägten München ausgeht, ist bedrückend. In der vergangenen Woche sagten mir zwei Ehepaare unabhängig voneinander, dass sie sich mit dem Gedanken tragen, in eine orthodoxe Kirche überzutreten. Mein Einwand, dass in der Kirchengeschichte alle großen Reformer in der Kirche geblieben seien, verfing leider nicht. Die evangelische kirchliche Zeitschrift „Chrismon“ habe letztes Jahr zweimal die katholische Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und in das Blut Christi als mittelalterliche Zauberei dargestellt.

Dass unsere konzessionsbereiten Bischöfe eine Klärung dieser und ähnlicher Irrtümer nicht zur Vorbedingung für ein Entgegenkommen in der Eucharistie gemacht hätten, ließe Schlimmes befürchten, meinten meine Gesprächspartner. Überdies sei die Interkommunion heute schon ein Massenphänomen. In der Tat fordern katholische Bischöfe und evangelische Christen gemeinsam etwas, was Protestanten mit ihrer Ablehnung der Priesterweihe und der apostolischen Sukzession ja selbst nicht wollen. Die Mehrheit der deutschen Bischöfe sieht offenbar keinen Klärungsbedarf. Das kann nicht lange gut gehen.

Textquelle: Christliches Forum

Foto: Bischöfe – Bildquelle: Kathnews