Nach Terrorangriffen füllen sich die Kirchen

Priester beschreiben in Zeitung La Croix Auswirkungen auf Kirchgänger.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 24. Februar 2016 um 19:46 Uhr
Kreuzigung Christi

Perreux/Antibes (kathnews/fsspx.de/dici.org). Nach einem Bericht der katholischen französischen Zeitung La Croix vom 20. Januar 2016 sind „seit den Terroranschlägen in Frankreich die Kirchen voller geworden.“ Ohne bestimmte Zahlen zu nennen, schrieb die französische Zeitung von „anonyme Personen“, die „in Ehrfurcht und Stille“ kommen, um „nach ihren Wurzeln zu suchen“ oder „Zuflucht zu finden“. Sie schlüpfen „hinter den Säulen der Kirchen hervor, die während des Tages still und verlassen sind.“ Sie bleiben während der Gottesdienste auf der Seite, „zünden Kerzen an, beten diskret und verschwinden wieder.“

Pfarrer Bernard Brien, ein Priester aus Perreux (Val-de-Marne), beschreibt im selben Artikel eine Kirche, die an den beiden Sonntagen nach den Anschlägen von Bataclan so voll war wie an Weihnachten. Seither gibt es nicht die gleiche Menge, aber ich sehe immer noch neue Köpfe.“

Auch Pfarrer Jean-Hubert Thieffry, Pfarrer in Antibes (Alpes-Maritimes), bemerkt „ein neues Fragen nach dem, was von grundlegender Bedeutung ist; Personen, die jetzt stärker die Verletzlichkeit des Lebens spüren, die sich über Handlungen wundern, die angeblich im Namen Gottes begangen werden.“ Ein Rentnerehepaar aus Tours, die begonnen haben, regelmäßig zur Kirche zu gehen, empfinden das Bedürfnis die Kommunion mit den anderen zu erhalten“ und sie bekennen, dass das Evangelium sie „beruhigt“ und ihnen hilft, „die Trägheit der Fernsehnachrichten abzuschütteln“.

Die Gründe für diese plötzliche Rückkehr zur Kirche sind für einige „eindeutig eine Frage der Identität“, urteilt Pfarrer Geoffroy de la Tousche aus Dieppe (Seine-Maritime), der die Tatsache zu beklagen scheint, dass „zum Beispiel für einige Familien ihre Rückkehr zur Kirche sichtbar mit einem antimuslimischen Reflex verbunden ist.“ Andere bringen die Notwendigkeit zum Ausdruck, wieder zu ihren Wurzeln zurückzukehren oder auch „unsere jüdisch-christlichen Werte zu verteidigen.“ Die Zeitung zitiert einen 49-jährigen aus Dordogne, einem Vater von vier Kindern der behauptet, durch „die armseligen Reaktionen unserer Politiker empört zu sein, die unsere jüdisch-christliche Kultur zugunsten eines Säkularismus zerstören wollen, damit unsere Kinder keine Bezüge mehr haben, was uns direkt vor die Wand führt! Ich habe nichts gegen die Achtung der anderen Religionen, aber warum lehnen wir das ab, was zu den Wurzeln unserer Kultur und unserer Familien gehört?“

Foto: Kreuzigung Christi – Bildquelle: Manuel Gómez