Medjugorje – eine unendliche Geschichte?

Von Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerk e.V.
Erstellt von Felizitas Küble am 12. Juli 2014 um 10:35 Uhr
St. Jakobus, Medjugorje

Medjugorje (kathnews/CF). Obwohl sich die für Medjugorje zuständigen Oberhirten (erst Bischof Zanic, danach Peric) deutlich gegen die Echtheit der angeblichen „Marienerscheinungen” ausgesprochen haben, obwohl die dortige Bischofskonferenz zweimal amtlich erklärte, keine „Übernatürlichkeit” jener Phänomene feststellen zu können, behaupten nicht wenige Medju-Anhänger immer wieder, „die Kirche” könne kein endgültiges Urteil über diese Privatoffenbarung verkünden, solange die Erscheinungen in Medjugorje anhalten. Diese Sichtweise ist jedoch kirchenrechtlich unsinnig und historisch unhaltbar, wie allein schon der Fall Heroldsbach (Bistum Bamberg) zeigt: Jene „Marienerscheinungen” Anfang der 50er Jahre wurden sehr wohl kirchlich eindeutig abgelehnt, obwohl sie jahrelang weiter andauerten.

Sodann wird von Medjugorje-bewegter Seite mitunter der irreführende Eindruck erweckt, als sei allein schon die Einrichtung der vatikanischen Untersuchungskommission eine Art „Seitenhieb” gegen den dortigen kritischen Bischof; als diene dieses Gremium quasi als eine „Korrektur-Instanz”. Auch diese Deutung ist haltlos, wie erneut das Beispiel Heroldsbach belegt: Damals gelangte der dortige Bischof zu einem klaren „Nein” gegenüber den vermeintlichen Erscheinungen – und diese Ablehnung wurde von der römischen Glaubenskongregation (damals: Hl. Offizium) bestätigt und von Papst Pius XII. bekräftigt. Laut Kirchenrecht ist der Diözesanbischof zuständig für die Beurteilung von Privatoffenbarungen – und der Vatikan schaltet sich nur dann ein, wenn es der betreffende Bischof wünscht oder wenn die Phänomene (wie im Fall Medjugorje) internationale Ausmaße annehmen (Millionen Pilger aus aller Herren Länder). Gleichwohl stellt sich die Frage, ob in puncto Medjugorje evtl. deshalb nach über 33 Jahren noch kein Ende der „Erscheinungen” in Sicht ist, weil so der Anhängerschar suggeriert werden kann, solange die „himmlischen Botschaften” anhalten, könne die Kirche angeblich kein definitives Urteil fällen.

Wo bleibt das angekündigte „sichtbare Zeichen”?

Ein weiterer pikanter Gesichtspunkt könnte zudem auch eine Rolle spielen: Bereits Anfang der 80er Jahre wurde von Medjugorje-Sehern öffentlich angekündigt, daß die Erscheinungen am Ende durch ein auffallendes Wunder bzw. „sichtbares Zeichen” in aller Öffentlichkeit bezeugt bzw. vom Himmel her bestätigt würden. Es handle sich hierbei um ein „Zeichen, das der Menschheit gegeben” wird und das ihrer Bekehrung dienen solle. Hierzu heißt es auf der Medjugorje-Webseite wörtlich: „Nach den Ankündigungen wird das sichtbare Zeichen am Ort der Erscheinungen von Medjugorje auftreten, damit die ganze Welt es sehen kann. Das Zeichen wird als Beweis für die Erscheinungen gegeben und damit die Menschen wieder zum Glauben kommen.” Das bedeutet, daß die Medjugorje-Seher sich durch diese Ankündigung gewissermaßen selbst die Hände gebunden haben, denn wenn die „Erscheinungen” beendet werden, muß der „Menschheit” dieses „sichtbare Zeichen” geboten werden. Alles Weitere liegt auf der Hand.

Foto: St. Jakobus, Medjugorje – Bildquelle: Wikipedia / Mariusz Musiał