Lübecker Märtyrer sollen heilig gesprochen werden

Erzbischof Heße durch Apostolischen Nuntius Nikola Eterovic informiert.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 3. November 2015 um 11:16 Uhr

Lübeck/Hamburg (kathnews/HL-live.de) Am 25. Juni 2011 wurden die Lübecker Märtyrer Johannes Prassek, Hermann Lange und Eduard Müller selig gesprochen. Es war die erste Seligsprechung der katholischen Kirche in Norddeutschland. Jetzt sollen die drei Kapläne heilig gesprochen werden. Am 10. November 1943 wurden die Lübecker Kapläne Hermann Lange, Johannes Prassek, Eduard Müller und der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink in Hamburg hingerichtet. Sie hatten in Predigten und Glaubensgesprächen die Verbrechen des Nationalsozialismus verurteilt, außerdem Flugblätter vervielfältigt und kritische Informationen ausgetauscht. Unter anderem hatten sie die Predigten des Kardinals von Galen aus Münster verbreitet.

Dafür wurden die katholischen Priester im Jahr 2011 selig gesprochen, der evangelische Pastor besonders geehrt. Es war eine der größten christlichen Veranstaltungen in Lübecks Geschichte. Jetzt erwägt Papst Franziskus offenbar eine Heiligsprechung. Das ist eine ausgesprochen seltene Ehrung. Erzbischof Stefan Heße sagte am Sonntag bei einem Festgottesdienst im Mariendom in Hamburg, der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, habe ihn auf eine mögliche Heiligsprechung aufmerksam gemacht. Gemeinsam wolle man das Verfahren betreiben. Papst Franziskus hat bereits im Juni Erzbischof Heße auf die Lübecker Märtyrer angesprochen. „Ihm ist das Schicksal der Märtyrer sehr bekannt und präsent“, sagte Heße.

Heße lobte die katholischen Priester und den evangelischen Pastor. Sie seien wichtige „Zeugen für die Gegenwart“. „Deren Leben ist nicht nur spannend, sondern es sind Menschen, die mit ihrem Glauben ernst gemacht haben. Wenn wir in deren Fußstapfen treten, tut uns das gut.“

Foto: Erzbischof von Hamburg, Dr. Stefan Heße – Bildquelle: Erzbistum Hamburg/Kathrin Erbe