Kölner Weihbischof Puff bietet Outdoor-Seelsorge an

Seelsorge auf der Treppe vor dem Kölner Dom.
Erstellt von Radio Vatikan am 26. April 2016 um 07:44 Uhr

Köln (kathnews/RV/domradio). Seelsorge unter freiem Himmel und mitten im Gedränge der Großstadt. Das bietet seit vergangener Woche der Kölner Weihbischof Ansgar Puff an. Jeden Montag um halb sechs setzt er sich auf die Treppe am Kölner Dom und wartet darauf angesprochen zu werden. An einem Ort, der nach seinen Worten für die Seelsorge ideal ist: „Mitten in der Welt. Das ist genau der Platz, wo ich als Weihbischof hingehöre. Ich fühle mich da pudelwohl.“

Vor seiner Bischofsweihe war Ansgar Puff Brennpunkt-Pfarrer in Düsseldorf. Schon damals hat er sich vor seine Kirchentür gesetzt und mit den Menschen gesprochen. Die Gespräche reichen vom kurzen „Wollte mal Hallo sagen“, über persönliche Schicksale bis hin zu tiefen philosophischen Fragen. Bei der ersten „Outdoor-Sprechstunde“ vor dem Kölner Dom kam dieses Konzept sehr gut an: „Es gab eine Warteschlange. Ich habe eine Dreiviertelstunde ununterbrochen Gespräche geführt. Gute Gespräche, teilweise tiefe Gespräche. Spannend ist, dass das ein diskreter Raum ist. Man setzt sich hin, die Menschen gehen links und rechts vorbei. Es sind viele Leute da, aber es ist trotzdem irgendwie diskret. Man kann wirklich über persönliche Sachen sprechen. Mich hat sehr überrascht, wie viel Vertrauen die Leute mitbringen.“

Dieses Modellprinzip kann sich Weihbischof Ansgar Puff auch in anderen Städten vorstellen. Die Kirche müsse aus ihrer Komfortzone heraus, und dahin, wo sie wirklich gebraucht wird. „Ein Raum, wo man sich nicht anmelden muss, wo es keine großen Schranken gibt. Wo man einfach hingehen oder es auch lassen kann. Wo man auch erst mal aus der Ferne etwas beobachten kann. Trotzdem kann man dort persönlich reden. Dafür ist das ein ideales Ambiente.“ Die Sprechstunde zwischen Dom und Bahnhof ist sicher ganz im Sinne von Papst Franziskus. Dieser hat sich erst am Samstag mit anderen Beichtvätern spontan auf dem Petersplatz auf einen Plastikstuhl gesetzt, um jungen Pilgern die Beichte abzunehmen.

Und wenn einen Abend mal niemand vorbei kommt? Dann verbringt der Kölner Weihbischof die Zeit im stillen Gebet. Er geht seine „Outdoor-Sprechstunden“ ganz entspannt an. „Auf alle Fälle erst mal bis zum Herbst. Was im Winter wird, weiß ich noch nicht genau. Bei Regen setze ich mich natürlich nicht auf die Treppe sondern gehe in den Kölner Dom. Also ich bin montags erst mal hier zu finden.“

Begleitet wird die Aktion vom Domradio, wo Weihbischof Ansgar Puff auch täglich um 22 Uhr im Radioprogramm die Komplet betet.

Foto: Kölner Dom – Bildquelle: Kathnews