Kardinal Woelki nimmt seine Veranwortung wahr – auch für die Weltkirche

"Es kann doch nicht sein, dass wir in Deutschland eine Regel schaffen, die im Ausland nicht mehr gilt." Der Kölner Weihbischof Puff nimmt Stellung zu Vorwürfen gegen Kardinal Woelki.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 18. Mai 2018 um 17:47 Uhr
Kardinal Woelki

Köln (kathnews/Domradio). In einem Interview des Kölner Domradios geht der Kölner Weihbischof Ansgar Puff u.a. auf Vorwürfe gegen Kardinal Woelki in Bezug auf die Abweisung der „pastoralen Handreichung“ ein, nach der im Einzelfall auch der evangelische Partner einer konfessionsverschiedenen Ehe die heilige Kommunion empfangen soll. „Jetzt wird daraus in den Medien der große Grabenkampf ‚Kardinal Marx gegen Kardinal Woelki‘ gemacht. Wie erleben Sie das – welche Rolle nimmt der Kölner Erzbischof ein?“ fragte das Domradio Weihbischof Puff.

Weihbischof Ansgar Puff antwortete:

Zunächst noch einmal die Fakten, die in der Öffentlichkeit relativ bekannt sind. In der Bischofskonferenz waren es 13 Bischöfe – nicht nur die sieben Ortsbischöfe, die geschrieben haben – die gesagt haben: Das können wir so nicht machen. Und es ist auch offen so kommuniziert worden auf der Versammlung der Bischofskonferenz, dass das ein Thema ist, was nach Rom muss.

Meine Einordnung ist, dass der Kardinal seine weltkirchliche Verantwortung wahrnimmt. Er ist ja nicht nur Erzbischof von Köln, sondern auch Kardinal und hat von daher die Weltkirche im Blick. Es kann doch nicht sein, dass wir in Deutschland eine Regel schaffen, die im Ausland nicht mehr gilt. Es ist doch komisch, wenn ich evangelisch und mit einer katholischen Frau verheiratet wäre, und ich nach dieser Regel der Bischofskonferenz in Deutschland die Eucharistie empfangen darf, aber im Urlaub in Polen nicht mehr. Es muss weltkirchlich geregelt sein.

Dazu haben die sieben Bischöfe den Papst gefragt. Der Papst hat geantwortet: „Bitte redet untereinander weiter, schafft eine Einmütigkeit“. Einmütigkeit ist nach meiner Einschätzung nicht nur ein demokratischer Prozess, sondern ein geistlicher Prozess. Dies müssen wir jetzt machen, das sind unsere Hausaufgaben; und ich finde, wir müssten das erst unter uns klären, bevor das wieder in die Öffentlichkeit geht. Also mein Fazit: Der Kardinal nimmt seine Verantwortung wahr, auch in der Weltkirche.“ (Quelle „Domradio“)

Foto: Kardinal Woelki – Bildquelle: Martin Lohmann / LohmannMedia