Kardinal Woelki: Die Eucharistiefeier am Sonntag lässt sich durch keine andere gottesdienstliche Feier ersetzen

In seinem diesjährigen Fastenbrief legt der Kölner Erzbischof ein Bekenntnis des katholischen Glaubens bezüglich der heiligen Eucharistie ab und plädiert dafür, dass in jeder Gemeinde am Sonntag nur eine Eucharistie als Versammlung der ganzen Gemeinschaft gefeiert wird.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 10. März 2019 um 12:05 Uhr
Kardinal Woelki

Köln (kathnews). Die Frage vieler Gläubigen im Erzbistum Köln, warum die sonntägliche Feier der heiligen Eucharistie so wesentlich für uns katholische Christen ist, hat den Kölner Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki, veranlasst, die überlebenswichtige Bedeutung der Eucharistie für die Kirche in seinem diesjährigen Fastenbrief zu erklären.

Die Kirche entsteht aus der heiligen Eucharistie

Unter Berufung auf die Heilige Schrift, die Tradition und das päpstliche Lehramt macht Kardinal Woelki deutlich, dass die Kirche ohne die Feier der heiligen Eucharistie nicht leben kann. Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil erinnert er daran, dass die „Eucharistie … nicht einfach eines der sieben Sakramente (ist), sondern das »Sakrament der Sakramente« und damit Quelle, Mitte und Höhepunkt des Lebens der Kirche. Mit Verweis auf die Eucharistieenzyklika „Ecclesia de Eucharistie“ („Die Kirche lebt aus der Eucharistie“) von 2003 von Papst Johannes Paul II. betont Kardinal Woelki, dass „(d)ie Kirche die Eucharistie deshalb nicht einfach feiert, sondern dass „die Kirche … aus der Eucharistie (entsteht)“. „So ist die Eucharistie, in der Christus uns seinen Leib schenkt und uns zugleich in seinen Leib verwandelt, der immerwährende Entstehungsort der Kirche“, so schlussfolgert der Erzbischof in seinem Fastenbrief.

Die Eucharistiefeier am Sonntag ist nicht zu ersetzen und austauschbar

Kardinal Woelki stellt klar: „Wenn nun aber Kirche und Eucharistie unlösbar zusammengehören, dann betrifft das auch unsere gegenwärtige pastorale Situation. Denn die Teilnahme am gemeindlichen Sonntagsgottesdienst ist immer noch ein sensibler Gradmesser für die sonstige Teilnahme am kirchlichen Leben – auch wenn dies heute nicht gerne gehört wird.“ In der sonntäglichen Eucharistiefeier kommen die Gläubigen zusammen, um „den ersten Tag der Woche als den Tag“ zu feiern, „an dem Christus von den Toten auferstanden ist“, zitiert der Kardinal das eucharistische Hochgebet der heiligen Messe. Der Erzbischof von Köln bekennt: „ Die Eucharistie ist die sakramentale Vergegenwärtigung von Tod und Auferstehung Jesu Christi und deshalb der Gottesdienst der christlichen Gemeinde am Sonntag. Diese Grundüberzeugung unseres Glaubens gilt bis heute. Sie bringt zum Ausdruck, dass die Feier der Eucharistie am Sonntag letztlich durch nichts ersetzbar und austauschbar ist.“

Gebet für Priesterberufungen

Daraus ergebe „sich für die Kirche die große Herausforderung, dafür zu sorgen, dass genügend Priester zur Verfügung stehen, die der Feier der Eucharistie vorstehen können. Umgekehrt gehört dazu aber auch das Gebet um Priesterberufungen, das wir wieder erlernen müssen und in allen unseren Gemeinden pflegen und praktizieren sollten“.

Pro Gemeinde eine Eucharistiefeier am Sonntag

Der Kölner Erzbischof plädiert dafür, „dass in jeder Gemeinde am Sonntag nur eine Eucharistie als Versammlung der ganzen Gemeinschaft gefeiert wird“. „Dahinter steht die Glaubensüberzeugung, dass die Feier der Eucharistie am Sonntag der Sammlung der Gemeinde und nicht ihrer Zerstreuung – gleichsam ihrer »Diaspora« – dienen soll“, so der Kölner Metropolit. Er ruft auf sich auf „diese alte Tradition zurückzubesinnen. Sie könne eine „Herausforderung der pastoralen Situation sein, in der wir heute stehen. Denn sie würde es ermöglichen, dass in mehr Gemeinden am Sonntag Eucharistie gefeiert werden kann und dass die eucharistische Solidarität unter den einzelnen Gemeinden gefördert wird. Die Eucharistie ist und bleibt das Herz der Kirche. Hier nämlich hat Gott uns mit seinem Sohn sein Herz geschenkt. …“

Hier der Text des Fastenbriefes des Erzbischofs von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki

Foto: Kardinal Woelki – Foto: Martin Lohmann / LohmannMedia