Kanzlerin lobt Engagement der Caritas für Flüchtlinge

Einsatz für Schwächere zentraler Punkt des christlichen Glaubens.
Erstellt von Radio Vatikan am 17. April 2016 um 09:24 Uhr

Berlin (kathnews/RV). Flucht und Migration standen im Mittelpunkt der Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Jahresempfang des Deutschen Caritasverbandes am Donnerstagabend in Berlin. Die Kanzlerin hob das Engagement der vielen Haupt- und Ehrenamtlichen hervor, die sich für die Menschen in Not einsetzten: „Wir hätten das nicht geschafft, wenn es nicht so viele zupackende Hände und offene Herzen gegeben hätte.“ Die Flüchtlingskrise sei eine große Aufgabe für die europäische Politik, die wir nur bewältigen könnten, wenn wir „über den Tellerrand schauen“. Gleichzeitig relativierte die Kanzlerin aber auch den Beitrag der reichen Industrienationen in der Flüchtlingskrise. Europa leiste viel, im Vergleich mit Syriens Nachbarländern sei unser Beitrag allerdings noch „überschaubar“.

Der Einsatz für die Schwächeren sei ein „zentraler Punkt unseres christlichen Glaubens“. Das betonte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx in seinem Grußwort. Dies gelte auch, wenn es nicht immer einfach sei: „Es ist lästig, wenn man von der Würde der Schwachen spricht, es ist lästig, wenn man von einem Gott spricht, der einen Einsatz für die Gerechtigkeit fordert.“ Genau das würden Kirche und Caritas aber immer wieder gemeinsam tun: „Maßstab sind für uns das Evangelium, das Programm Jesu Christi, seine Nähe zu den Menschen.“

Der Jahresempfang stand unter dem Motto der aktuellen Caritas-Kampagne: „Mach dich stark für Generationengerechtigkeit“ und hatte den demografischen Wandel zum Thema. Auch hier lobte Kanzlerin Merkel die Arbeit der Caritas: „Ich möchte der Caritas dafür danken, dass die Diskussion zum Thema nicht alarmistisch geschieht, sondern dass die Diskussion um die alternde Gesellschaft Mut machen soll“. Es müsse dafür gesorgt werden, dass Generationen auch in Zukunft nicht misstrauisch aufeinander blickten. „Dafür muss die Politik auch die nötigen gesetzlichen Vorkehrungen treffen“, so Merkel.

Foto: Bundeskanzleramt in Berlin – Bildquelle: Kathnews