Jesus wählt mit Liebe aus

Papst spricht über die Berufung der zwölf Apostel.
Erstellt von Radio Vatikan am 10. September 2014 um 08:32 Uhr
Herz Jesu Statue

Vatikan (kathnews/RV). Jesus ist kein Professor, der von der Kanzel doziert, sondern mitten unter uns. Das sagte der Papst an diesem Dienstag bei der Frühmesse in der Casa Santa Marta. Jesus sei sogar so präsent, dass man ihn berühren könne. Und er wähle alle aus, in seine Nachfolge zu treten. Ausgehend vom Tagesevangelium über die Berufung der Zwölf aus dem Lukas-Evangelium sagte der Papst, Jesus präge in jener Bibelstelle drei Momente. Zum einen: er bete die ganze Nacht. „Er ist vor dem Vater und betet für uns. Das muss uns Mut machen! Denn in den schwierigen Augenblicken des Lebens können wir immer daran denken, dass der Herr für uns betet. Er betet für mich beim Vater. Das ist seine Arbeit: für uns und für seine Kirche beten. Jesus betete als er auf Erden war und tut dies auch jetzt für uns und für die gesamte Kirche.“

Die zweite Stelle im Lukas-Evangelium ist die Berufung der zwölf Apostel, die den Herrn nicht selber wählten, sondern von ihm erwählt wurden. Jeder Christ sei von Gott erwählt, so der Papst. „Das ist eine Sache der Liebe! Die Liebe schaut nicht, ob jemand schön oder hässlich ist. Bei Jesus ist das nicht anders: er liebt und wählt mit Liebe aus. Und er wählt alle aus! Niemand steht auf der Liste zuoberst: Jeder wird gleich geliebt. Es gibt aber etwas, was uns alle verbindet: wir sind alle Sünder. Jesus hat die Sünder gewählt. Das ist das, was die Gesetzeshüter ihm übel nahmen: er isst mit Sündern und spricht mit Prostituierten. Doch Jesus wählt alle aus! Erinnern wir uns an die Parabel der Hochzeit des Sohnes: als die Eingeladenen nicht erschienen, schickte der Herr seine Diener aus, die alle von der Straße weg einladen sollten, Gute und Schlechte. Jesus hat alle auserwählt!“ Jesus ging sogar so weit, seinen Verräter Judas Ischariot auszuwählen, erinnerte der Papst.

Der dritte Augenblick im Tagesevangelium sei die Nähe Jesu zu den Menschen: „Jesus ist kein Lehrer oder Mystiker, der sich von den Menschen entfernt und von der Kanzel herab spricht. Nein! Er ist mitten unter uns und lässt sich sogar berühren. Gott sagte ja selber zu seinem Volk: welcher Gott ist denn näher als euer Gott? Die Nähe Gottes zu seinem Volk ist also so wie die Nähe Jesu zu den Menschen.“ Jesus sei also einer der betet, der Menschen auswählt und nicht scheu ist, unter den Menschen zu sein, fasste Franziskus abschließend seine Predigt zusammen.

Foto: Herz Jesu Statue – Bildquelle: Andreas Gehrmann