In der Person Christi und im Namen der Kirche

Die Gabengebete im Jahreskreis neu übersetzt und erklärt.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 26. November 2016 um 16:09 Uhr
Missale Romanum

2011 hatte Alex Stock, emeritierter Professor für Theologie und ihre Didaktik an der Universität Köln bereits, in der Reihe „Orationen“ den Band veröffentlicht, der die Tagesgebete im Jahreskreis behandelt. Ein zweiter Band analysiert die Tagesgebete der Festzeiten (Advents-, Weihnachts-, Fasten- und Osterzeit). Beide Bändchen sind im Pustet-Verlag erschienen. Vor Kurzem erschien im selben Verlag ein dritter Band über die Gabengebete im Jahreskreis.

Präsidialgebet

Das Gabengebet (oratio super oblata) gehört mit dem Tagesgebet (collecta) zu den drei Präsidialgebeten des Römischen Messritus. Das dritte ist das Schlussgebet (postcommunio). Der Priester trägt es wie die anderen beiden Präsidialgebete in der Person Christi und im Namen der Kirche vor.

Durch das Gabengebet werden die Gaben von Brot und Wein dem weltlichen (profanen) Bereich entzogen und Gott geweiht (hineingetragen in den sakralen Bereich). Darum heißt das Gabengebet in der klassischen (außerordentlichen) Form des Römischen Ritus nicht unzutreffend Secreta (vom lateinischen Verb secernere = aus-, absondern; trennen) und wird vom Priester still gebetet. In der ordentlichen Form des Römischen Ritus wird das Gabengebet als ein öffentliches Amtsgebet verstanden und laut gebetet. Der Priester „bittet Gott in immer neuen Varianten um Annahme der Gaben und um zeitliche und ewige Güter für die Mitfeiernden – mit Worten, die jahrhundertelang die Liturgie geprägt haben“. Das Gabengebet„bedarf“ daher, „in der Landessprache einer angemessenen Übersetzung, wie bei den Tages- und Schlussgebeten“ (Alex Stock).

Nach dem Grundsatz, dass sich der theologische Sinngehalt einer Oration vor allem durch philologische Analyse erschließt, analysiert Alex Stock in dem jüngst vorgelegten Band in knapper Form philologisch und theologisch die Gabengebete im Jahreskreis und bietet jeweils eine eigene, am lateinischen Originaltext angelehnte Übersetzung.

Wie das Tagesgebet kann das Gabengebet auch als Orientierungspunkt für eine mystagogische Einführung in die Liturgie dienen.

Alex Stock, Orationen. Die Gabengebete im Jahrskreis neu übersetzt und erklärt von Alex Stock. ISBN 978-3-7917-2826-1. 102 S. – 19,0 x 11,5 cm. Paperback. 9,95 Euro

Alex Stock, Orationen. Die Tagesgebete der Festzeiten. Neu übersetzt und erklärt. Verlag Friedrich Pustet. ISBN 978-3-7917-602-1. 128 S. – 19,0 x 11,5 cm. Paperback. 12,95 Euro

Alex Stock. Orationen. Die Tagesgebete im Jahreskreis. Neu übersetzt und erklärt. Verlag Friedrich Pustet. ISBN 978-3-7917-2378-5. 104 S. – 19,0 x 11,5 cm. Paperback. 8,95 Euro

Foto: Missale Romanum – Bildquelle: introibo.net