In Christus ist uns das Heil in Fülle geschenkt

Homilie für den 3. Fastensonntag B (04.03.2018) L1: Ex 20,1-17; L2: 1 Kor 1,22-25; Ev: Joh 2,13-25. Von Prof. Dr. Josef Spindelböck.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 3. März 2018 um 11:14 Uhr
Bildquelle: Sarto-Verlag

In der Homilie „ sind das Kirchenjahr hindurch aus dem heiligen Text die Glaubensgeheimnisse und die Normen für das christliche Leben darzulegen“ (can. 767 § 1 CIC/1983). Zum heiligen Text innerhalb der Liturgie gehören vor allem die Schriften der Heiligen Schrift. Darüber hinaus auch die Gebete der Liturgie.

Homilie

Die Fastenzeit, die wir als „Österliche Bußzeit“ begehen, hilft uns, den Blick des Herzens auf Gott zu richten. Gott selbst schenkt uns diese Gnadenzeit, damit wir „durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe“ (Tagesgebet) innerlich frei werden für die Liebe Gottes, die uns in seinem Sohn Jesus Christus offenbar geworden ist. Zugleich öffnen wir unsere Herzen für unsere Mitmenschen, indem wir ihnen in Liebe beistehen und den Armen und Notleidenden gemäß unseren Kräften und Möglichkeiten helfen.

Was uns die Kirche verkündet, ist das Geheimnis Christi. Gott selbst ist Mensch geworden; er hat unser Menschenleben mit uns geteilt. Der Sohn Gottes ist am Kreuz gestorben und auferstanden! Darin zeigt sich „Gottes Kraft und Weisheit“ (1 Kor 1,24; Zweite Lesung).

Unsere Erlösung von der Sünde und allen Übeln geschieht durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi, des Herrn. Wir sollen an Jesus Christus glauben und uns von ihm das Heil schenken lassen. Dabei sind wir einbezogen in die Gemeinschaft der Kirche. Denn nicht als einzelne wirken wir unser Heil, sondern indem wir voneinander empfangen, um anschließend das weiterzugeben, was uns Gottes Güte schenkt.

Weil unser Leben von Gott her eine neue Ausrichtung erfährt, sind wir im Frieden mit Gott, mit uns selber und den Mitmenschen. Dann gereicht uns alles zum Heil, was wir tun und was uns widerfährt. Wir sind Menschen der Hoffnung und der Freude über das, was uns Gott schenkt. Ja, Gott selber ist es, der in unserem Herzen zu Gast sein will und den wir aufnehmen dürfen! Unser Herz soll zum „Tempel Gottes“ werden, wo Gott gerne wohnt. Jesus hat den Tempel in Jerusalem gereinigt, indem er die Händler verjagt hat, die diesen Tempel zu einer Markthalle gemacht hatten (vgl. das Evangelium dieses Sonntags, Joh 2,13–25). Gott reinigt auch unser Herz durch die Buße in diesen heiligen 40 Tagen der Vorbereitung auf Ostern, auch in Verbindung mit dem Empfang des Bußsakraments.

Dies alles kommt im neuen Dokument „Placuit Deo“ der Kongregation für die Glaubenslehre sehr gut zum Ausdruck, das im Auftrag von Papst Franziskus am 1. März 2018 veröffentlicht worden ist. Die Wahrheit über Gott und den Menschen leuchtet auf in Jesus Christus, der unser Mittler beim Vater im Himmel ist. Jeder Mensch sehnt sich im Tiefsten seines Herzens nach einem Glück, das nicht vergeht und das die Fülle des Guten beinhaltet. Dieses Glück kann der Mensch nur in Gott finden. Freilich gibt es nicht wenige, die meinen, im Streben nach materiellem Besitz oder sinnlichem Genuss oder nach Macht und Einfluss, Ehre und Anerkennung das zu finden, was sie im tiefsten Herzen ersehnen. Hier zeigt uns Gott selber in seiner Offenbarung den guten Weg: Denn Gott hat sich uns mitgeteilt in Liebe durch seinen Sohn Jesus Christus. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. In ihm allein finden wir das Heil!

Diese Grundwahrheit des Glaubens verkündet Kirche auch in der heutigen Zeit. Dabei ist es besonders wichtig zu bedenken, dass wir uns nicht selber erlösen können. Alle menschlichen Anstrengungen und Leistungen können uns das Heil, das von Gott kommt, nicht verschaffen. Die Erlösung in Christus, welche uns das ewige Leben im Himmelreich verheißt, ist ein Geschenk. Nicht wir selber können uns zur Vollendung führen, sondern Gott tut dies in seiner Gnade, mit der wir mitwirken sollen.

Der gläubige Blick auf den gekreuzigten und auferstandenen Herrn sagt uns aber auch, dass uns Gott wirklich als Menschen ernst nimmt. Denn er ist einer von uns geworden und hat unser Leben mit uns geteilt. So ist auch der ganze Mensch in Christus erlöst worden. Daher erwarten wir als Christen nach dem Tod nicht nur die Seligkeit der Gottesschau, an welcher die unsterbliche Seele teilhat. Uns ist auch die Auferweckung des Leibes verheißen, der bei der Wiederkunft Christi am Jüngsten Tag in Herrlichkeit auferstehen wird.

Ja, Großes ist uns geschenkt durch die Liebe Gottes! Daher wollen wir Gott den Herrn preisen und ihm danken. Wir sind dabei verbunden mit allen Engeln und Heiligen und rufen insbesondere die Fürbitte der Gottesmutter Maria und des heiligen Josef an! Amen. (www.stjosef.at)

Foto: Jesus der König – Bildquelle: Sarto-Verlag