Hinrichtung koptischer Christen löst Entsetzen aus

Bamberger Erzbischof Schick ruft zum Gebet für die Opfer auf.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 17. Februar 2015 um 11:38 Uhr
Erzbischof Schick

Bonn (kathnews/KNA). Mit Entsetzen haben Religionsvertreter in Deutschland auf das Hinrichtungsvideo der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) reagiert. Das Video, das seit Sonntagabend im Internet kursiert, soll die Hinrichtung von 21 entführten koptischen Christen zeigen. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick rief über den Kurznachrichtendienst Twitter zum Gebet für die Opfer auf. „Dieser Barbarei muss ein Ende gemacht u. Friede geschaffen werden“, schrieb Schick, der auch Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz ist, am Montagmorgen.

Die Opfer seien Gastarbeiter auf dem Heimweg nach Ägypten gewesen, sagte der Bischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian, gegenüber „Bild.de“. Es habe nie eine Lösegeldforderung gegeben, und die Behörden in Ägypten hätten nicht geholfen. „Und jetzt wurden diese Menschen getötet, nur weil sie Christen sind“, so Damian. Die Islamisten machten den Alltag der koptischen Christen in der Region bereits seit Jahren „sehr, sehr schwer“. Ägypten reagierte Medienberichten zufolge mit einem Luftangriff auf das Video: Am frühen Morgen sollen Stellungen des IS in Libyen angeflogen worden sein. Die Kopten sind die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten. Sie führen ihre Anfänge auf den Evangelisten Markus zurück. Realistische Angaben über Mitgliederzahlen schwanken zwischen 7 und 10 Millionen unter den insgesamt rund 80 Millionen Einwohnern Ägyptens. Etwa eine weitere halbe Million Kopten lebt in anderen Ländern, davon schätzungsweise 6.000 in Deutschland.

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Foto: Bischof Ludwig Schick – Bildquelle: Manfred Finken, Pegnitz, Berufsfotograf / Wikipedia