Heilige Schrift und Glaube der Kirche

Der Glaube der Kirche geht im Kontext der Liturgie von selbst aus der Heiligen Schrift hervor. „Der Katechismus der Katholischen Kirche ist ein Beispiel für die Einheit der ganzen Schrift, für die lebendige Überlieferung der Gesamtkirche und die Analogie des Glaubens (Homiletisches Direktorium, Nr. 23). Er hilft Priestern und Gläubigen, „das Wort Gottes, den Glauben der Kirche, die moralischen Forderungen des Evangeliums und (die) persönliche und die liturgische Spiritualität im Zusammenhang zu sehen“ (Homiletisches Direktorium, Anhang).
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 4. Juni 2016 um 12:00 Uhr
Bildquelle: Sarto-Verlag

Es folgen die Texte des Katechismus der Katholischen Kirche zu den Lesungen vom 10. Sonntag im Jahreskreis in der sog. ordentlichen Form des Römischen Ritus (Zusammenstellung: Gero P. Weishaupt. Quelle: Homiletisches Direktorium der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung).

 Aus der heiligen Schrift

1 Kön 17, 17-24

Sieh, dein Sohn.

Gal 1, 11-19

Gott offenbarte mir seinen Sohn, damit ich ihn unter den Heiden verkündige.

Lk 7, 11-17

Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!

 Aus dem Katechismus der Katholischen Kirche

Mit der  Auferstehung der Toten kündigt Christus seine eigene Auferstehung an

646 Die Auferstehung Jesu war nicht eine Rückkehr in das irdische Leben, wie das bei den Auferweckungen der Fall war, die er vor Ostern gewirkt hatte: des Töchterchens des Jaïrus, des jungen Mannes von Naïn und des Lazarus. Diese Taten waren wunderbare Ereignisse, aber die Menschen, an denen das Wunder geschah, kehrten durch die Macht Jesu in das gewöhnliche, irdische Leben zurück. Zu bestimmter Zeit mußten sie aufs neue sterben. Die Auferstehung Christi ist wesentlich anders. Er geht in seinem auferweckten Leib aus dem Totsein in ein anderes Leben über, jenseits von Zeit und Raum. Der Leib Jesu wird bei der Auferstehung von der Macht des Heiligen Geistes erfüllt; er hat in seinem verherrlichten Zustand am göttlichen Leben teil, so daß der hl. Paulus Christus als den „Himmlischen“ bezeichnen kann [Vgl. 1 Kor 15,35-50.].

994 Jesus bindet den Glauben an die Auferstehung an seine Person: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh 11,25). Jesus selbst wird am Letzten Tag jene auferwecken, die an ihn geglaubt [Vgl. Joh 5,24-25; 6.40], die seinen Leib gegessen und sein Blut getrunken haben [Vgl. Joh 6,54]. Er gibt schon in seinem irdischen Leben ein Zeichen und eine Gewähr dafür, indem er einzelne Tote auferweckt [Vgl. Mk 5,21-42; Lk 7,11–17; Joh 11] und dadurch seine eigene Auferstehung ankündigt, die jedoch einer anderen Ordnung angehören wird. Von diesem einzigartigen Ereignis spricht er als vom „Zeichen des Propheten Jona“ (Mt 12,39), dem Zeichen des Tempels [Vgl. Joh 2,19-22]: Er kündigt an, er werde getötet werden, aber am dritten Tag danach auferstehen [Vgl. Mk 10,34].

Der christliche Sinn des Sterbens im Licht der Auferstehung

1681 Der christliche Sinn des Sterbens wird im Licht des Pascha-Mysteriums des Todes und der Auferstehung Christi offenbar, auf dem unsere einzige Hoffnung beruht. Der Christ, der in Christus Jesus stirbt, ist dabei, „aus dem Leib auszuwandern, und daheim beim Herrn zu sein“ (2 Kor 5,8).

Elija und die Witwe

2583 Nachdem Elija an seinem Zufluchtsort am Bach Kerit Barmherzigkeit erfahren hat, lehrt er die Witwe von Sarepta, an das Wort Gottes zu glauben. Er bestärkt diesen Glauben durch sein inständiges Gebet, und Gott läßt das Leben in den Sohn der Witwe zurückkehren [Vgl. 1 Kön 17,7-24].

Das Opfer auf dem Berge Karmel war eine für den Glauben des Gottesvolkes entscheidende Prüfung. Bei diesem Opfer verzehrt das Feuer des Herrn auf Bitte des Elija das Brandopfer, „zu der Zeit … da man das Speiseopfer darzubringen pflegt“. Die ostkirchlichen Liturgien haben den Ruf des Elija „Erhöre mich, Herr, erhöre mich!“ in die eucharistische Epiklese übernommen [Vgl. 1 Kön 18,20-39].

Als Elija schließlich wieder in die Wüste geht, zum Ort, an dem der lebendige und wahre Gott sich seinem Volk geoffenbart hat, kauert er sich, wie einst Mose, „in eine Höhle“, bis die geheimnisvolle Gegenwart Gottes „vorüberzieht“ [Vgl. 1 Kön 39,1-14; Ex 33,19-23]. Doch erst auf dem Berg der Verklärung [Vgl. Lk 9,30-35] wird sich Gott, dessen Antlitz die Menschen suchen, enthüllen. Auf dem Antlitz des gekreuzigten und auferstandenen Christus erkennen sie die Herrlichkeit Gottes [Vgl. 2 Kor 4,6]

Christus befreit die Schöpfung von Sünde und Tod

2637 Die Danksagung kennzeichnet das Gebet der Kirche, die in der Eucharistiefeier bezeugt, was sie ist, und wird, was sie bezeugt. Denn Christus befreit durch sein Heilswerk die Schöpfung von Sünde und Tod, um sie erneut zu weihen und zum Vater zurückzuführen, ihm zur Ehre. Die Danksagung der Glieder des Leibes nimmt an der Danksagung ihres Hauptes teil.

Foto: Jesus der König – Bildquelle: Sarto-Verlag