Eine kritische Anfrage an die „moderne“ Gesellschaft

Wie geht die Gesellschaft mit den schwächsten Mitgliedern um?
Erstellt von kathnews-Redaktion am 9. März 2016 um 09:45 Uhr
Embryo

Von Markus Lederer:

Die heutige Gesellschaft profiliert sich gegenüber vergangenen Zeiten, Mentalitäten so stark, wie dies noch nie vorgekommen ist. Die Devise lautet: Das Altmodische, das Verstockte, das Intolerante wurde überwunden; so wurde errichtet unsere tolerante, moderne Spaßgesellschaft. Doch hält diese “moderne” Gesellschaft, was sie verspricht? Ist sie wirklich so viel besser, als die „alten“ Lebenseinstellungen. Dazu soll ein Hauptproblem der Moderne beleuchtet werden:

„Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht.“ (Helmut Kohl)

Bei dieser These kann sich der Altbundeskanzler Kohl auf ein christliches Gebot stützen, wenn Christus klarstellt: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40). Allerdings könnte man meinen, dass dieser Schutz für die Kleinsten eher auf die Tierwelt, als auf den Menschen in der Moderne übertragen wird. Vor kurzem kam es zu einem – wenn auch berechtigten Aufschrei – als ein Baby-Delfin nicht gerettet wurde, indem man ihn nicht in das Meer zurückgeworfen hat, sondern mit diesem Selfies geschossen wurden. Die gleiche Gesellschaft hat ihr Herz allerdings noch nicht für das ungeborene Leben entdeckt. Die Zahlen des statistischen Bundesamtes belegen, dass 12,2% aller Schwangerschaften durch den Mord am Kind – einer Abtreibung – beendet werden.[1] Alleine für das Jahr 2014 hat die deutsche Gesellschaft durch Abtreibung 99 715 einzigartige Menschen verloren.

Es ist Fakt, dass nach der Verschmelzung von Samen und Eizelle die Lebensgeschichte eines einzigartigen Menschen begonnen hat. Damit, dass dieses Leben vorzeitig beendet wird, hat die “moderne” Gesellschaft offenbar keinerlei Probleme; sie ist hier skrupellos. Des Weiteren wird oftmals versucht ein allgemeines Gesetz – das Recht auf Abtreibung – mit den Extremfällen der medizinischen Notlage oder der Vergewaltigung zu begründen. Ein Blick auf die Zahlen belegt, dass nur 3% aus medizinischen Gründen und lediglich 0,1% der Abtreibungen in Folge von Vergewaltigungen vorgenommen werden.[2] Die größte Gruppe von Abtreibungen wird von kerngesunden, jungen Frauen im Alter von 25-30 Jahren vorgenommen.[3]

Die Medizin der modernen Gesellschaft lautet Verhütung und am besten noch sexuelle Aufklärung im Kindergarten. Dennoch kam es im Zuge dieser sexuellen Aufklärung nicht zu einer Senkung der Abtreibungszahlen, sondern zu einem stetigen Anwachsen.

Relativierend muss man einwenden, dass oftmals die heile Welt in der Vergangenheit auch nicht Realität war, sondern es zu vielen heimlichen Abtreibungen oder gar Tötungsdelikten kam. Dennoch muss die moderne Gesellschaft sich diesen Vorwurf gefallen lassen, wie Gutmenschentum, aufgeklärte Moderne mit den Abtreibungszahlen sich vereinbaren lassen, denn es gilt weiterhin:

„Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht.“ (Helmut Kohl)

Foto: Embryo – Bildquelle: Wikipedia/Ed Uthman, MD