Eine Klosterstraße ohne Kloster

Schließung der Schwesternkommunität in Schwerin.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 26. Juli 2015 um 11:53 Uhr

Schwerin (kathnews/Ebst. Hamburg/Neue Kirchenzeitung). Die Schwesternkommunität in der Klosterstraße in Schwerin ist geschlossen. Seit 1939 waren zahlreiche Ordensfrauen als Gemeindeschwestern oder Krankenschwestern von dort aus tätig und prägten über Jahrzehnte das Bild der Schweriner Innenstadt. Die beiden Letzten, Schwester Emanuela (68) und Schwester Ehrentrud (81), wurden am vergangenen Sonntag von Propst Horst Eberlein verabschiedet. Beide sind seinerzeit dort auch in den Orden der Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariens eingetreten und waren in Mecklenburg und darüber hinaus im Einsatz. „Das Ordensleben hat mich sehr früh interessiert. Ich war aber erst 18 Jahre und noch zu jung“, erzählt Schwester Emanuela. „Bringen Sie noch eine Zweite mit, dann nehmen wir Sie vielleicht“, hieß es damals. „Es hat geklappt und auch wenn das Ordensleben manchmal eine Herausforderung ist. Ich habe mich richtig entschieden“, sagt die Ordensfrau heute.

Bei Schwester Ehrentrud war es etwas anders. Sie stammt aus Ostpreußen, wuchs auf dem Land Nahe Lübz auf. Ordensfrauen kannte sie noch aus der alten Heimat. „Da bin ich denen aber immer aus dem Weg gegangen“, erzählt sie. Nun war es die Möglichkeit, als Mädchen vom Dorf einen Beruf zu erlernen. 1954 begann sie mit dem Noviziat in der Klosterstraße. „Sie können mich überall hinstecken nur nicht in die Küche“, sagte sie seinerzeit der Novizenmeisterin. „Und wo kam ich hin – in die Küche.“ Dort blieb sie aber nicht. Schwester Ehrentrud war in der Alten- und Krankenpflege und als Gemeindeschwester tätig. Mit 35 Jahren ist sie übrigens die Schwester, die am längsten in der Kommunität gewesen ist. „Schwerin ist mir zur Heimat geworden.“

Die Missionsschwestern haben mit dem Kloster Maria Frieden auf dem Großen Dreesch eine weitere Niederlassung in Schwerin. Weiterführender Link

Foto: Schweriner Schloss – Bildquelle: Kathnews