Die Berufung des Menschen

Antworten auf die Antriebe des Geistes. Aus Gaudium et spes, Nr. 11.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 26. April 2017 um 18:26 Uhr
Vaticanum II, Papst Paul VI.

Viele sprechen über das Konzil, aber die Texte kennen sie nicht. Kathnews bietet seinen Lesern eine Anthologie von einschlägigen Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils. Der folgende ist genommen aus Gaudium et spes, Nr. 11.

Das Volk Gottes und die Menschheit, der es eingefügt ist, stehen in gegenseitigem Dienst.

Im Glauben daran, daß es vom Geist des Herrn geführt wird, der den Erdkreis erfüllt, bemüht sich das Volk Gottes, in den Ereignissen, Bedürfnissen und Wünschen, die es zusammen mit den übrigen Menschen unserer Zeit teilt, zu unterscheiden, was darin wahre Zeichen der Gegenwart oder der Absicht Gottes sind. Der Glaube erhellt nämlich alles mit einem neuen Licht, enthüllt den göttlichen Ratschluß hinsichtlich der integralen Berufung des Menschen und orientiert daher den Geist auf wirklich humane Lösungen hin.

Das Konzil beabsichtigt, vor allem jene Werte, die heute besonders in Geltung sind, in diesem Licht zu beurteilen und auf ihren göttlichen Ursprung zurückzuführen.

Insofern diese Werte nämlich aus der gottgegebenen Anlage des Menschen hervorgehen, sind sie gut. Infolge der Verderbtheit des menschlichen Herzens aber fehlt ihnen oft die notwendige letzte Ausrichtung, so daß sie einer Läuterung bedürfen.

Was denkt die Kirche vom Menschen?

Welche Empfehlungen erscheinen zum Aufbau der heutigen Gesellschaft angebracht?

Was ist die letzte Bedeutung der menschlichen Tätigkeit in der gesamten Welt?

Auf diese Fragen erwartet man Antwort. Von da wird klarer in Erscheinung treten, daß das Volk Gottes und die Menschheit, der es eingefügt ist, in gegenseitigem Dienst stehen, so daß die Sendung der Kirche sich als eine religiöse und gerade dadurch höchst humane erweist.

Foto: Vaticanum II, Papst Paul VI. – Bildquelle: Lothar Wolleh / Wikipedia