Diakonissen waren keine Diakone

Prof. Dr. Karl-Heinz Menke hält Diakonat der Frau für historisch nicht vertretbar.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 23. März 2018 um 20:27 Uhr
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Köln (kathnews). Im Rahmen einer Ausstellung „50 Jahre Diakonat“ in der Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek in Köln sprach Prof. Dr. Karl-Heinz Menke ĂĽber die Bedeutung des Diakonats in dem einen Weihesakrament (ordo). Der Bonner Dogmatiker ist Mitglied der von Papst Franziskus berufenenen beratenden Theologenkommission, die sich mit der Geschichte des Frauendiakonates befaĂźt.

Untersucht wird in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob Frauen zum Diakonat zugelassen werden können. Laut der Kölner Kirchenzeitung hat Prof. Menkes Folgendes dazu gesagt:

„Kein Kirchenvater spricht von einer Frau als Trägerin des sakramentalen Amtes. Wer versucht, die singuläre Bezeichnung einer Frau als ‚Diakon‘ (Röm 16, 1 f) vom Gesamtbefund des Neuen Testaments und der nachapostolischen Entwicklung abzukoppeln, setzt sich dem Verdacht aus, den historisch-kritisch nachweisbaren Befund bestimmten Interessen unterzuordnenen.“ Zwar habe es nachweislich seit dem dritten Jahrhundert „Diakonissen“ gegeben. Doch sei unbestreitbar, dass diese Diakonissen nie Trägerinnen eines sakramentalen Amtes gewesen sind. Immer habe man streng zwischen Diakonissenen und Diakonen unterschieden.

Anmerkung des Kathnews-Redakteurs: Das Amt der Diakonisse muss nach dem historischen Befund als eine Segnung, ein Sakramentale verstanden werden (vgl. „Weihe‘ einer Ă„btissin). Zum Sakrament des Ordo (Weihesakrament) gehört es nicht.

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