Das Ideal der Ritterschaft der Unbefleckten

Eine Buchbesprechung von Martin Bürger.
Erstellt von Martin Bürger am 7. September 2017 um 08:50 Uhr

Pater Karl Stehlin, Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X., hat in diesem Jahr im Alverna Verlag die zweite Auflage seines Buches „Die Immaculata. Unser Ideal“ veröffentlicht, dass sich mit dem Geist der Militia Immaculatæ, wie sie vom heiligen Maximilian Kolbe gegründet wurde. Gerade in diesem Jahr ist eine Beschäftigung mit diesem Werk des großen Heiligen des letzten Jahrhunderts von großer Wichtigkeit. Die Ritterschaft der Unbefleckten, wie man die lateinische Bezeichnung Militia Immaculatæ übersetzen kann, wurde „in Rom, drei Tage nach dem Sonnenwunder von Fatima, am 16. Oktober 1917 gegründet“.

Der Autor hat es sich zum Ziel gesetzt, besonders den heiligen Maximilian Kolbe selbst zu Wort kommen zu lassen. „In verblüffender Einfachheit erweckt er in jeder Seele, die sich von ihm anziehen lässt, ein großes Ideal: die Immaculata und ihre Bedeutung im Leben des Einzelnen, der Gesellschaft, der Kirche, der ganzen Welt. Wir entdecken in ihm einen unermüdlichen Verteidiger der katholischen Tradition, einen Todfeind des Liberalismus und Modernismus, die heute Welt und Kirche verseuchen.“

Insgesamt umfasst „Die Immaculata“ sechs Teile, wobei die ersten drei mehr theoretische bzw. theologische Vorüberlegungen beinhalten. Diese sind allerdings sehr wichtig, denn bei einer deutlichen Betonung der Marienfrömmigkeit muss man immer im Auge behalten, dass Maria nicht das letzte Ziel ist, sondern Gott selbst. So ist die Maxime „Durch Maria zu Jesus“ laut Autor „einer der wichtigsten Grundsätze des christlichen Lebens“. Der vierte und fünfte Teil des Buches ist eher praktisch ausgerichtet. Im letzten Teil geht es schließlich um die Bedeutung der Militia Immaculatæ in unserer Zeit: „Was heute der traditionstreue Katholik zu erhalten versucht, hat ihm in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine fast unzählbare Schar von Rittern der Immaculata vorgelebt, ihnen allen voran der hl. Maximilian Kolbe.“

Die kämpferische Sprache, die sich durch das ganze Buch zieht, sowohl in den Schriften des heiligen Maximilian Kolbe als auch in den Erläuterungen und Kommentaren von Pater Karl Stehlin, dürften besonders den männlichen Leser ansprechen. Von der Tatsache, dass der Katholik in einem geistlichen Kampf zu bestehen hat, ist in den letzten Jahrzehnten nicht oft die Rede gewesen. Umso erfrischender ist es, mit dem vorliegenden Buch wieder gute katholische Luft zu atmen.

Pater Karl Stehlin FSSPX
Die Immaculata
Unser Ideal
Alverna Verlag
ISBN 978-3-906902-04-3
14,50 €

Foto: Die Immaculata – Bildquelle: Alverna Verlag