“Skandal”: Müller ruft zu Kirchentreue auf

Ein Kommentar von Dr. theol. Peter H. Görg.

Bischof Gerhard Ludwig MüllerWenn es darum geht, gegen Papst und Kirche zu wettern, geht bei der Süddeutschen Zeitung manches journalistische Ethos verloren. Dies zeigt sich etwa, wenn sich die ehemalige (!) Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), Johanette Bohn, als Privatperson in die teils unerträgliche Schelte gegen Bischof Gerhard Ludwig Müller in Regensburg einklinkt und die SZ in einem Artikel vom 24.03. groß titelt: „Frauenbund übt scharfe Kritik an Bischof Müller“.

Anlass der Auseinandersetzung war der Festgottesdienst zum 100-jährigen Frauenbund-Jubiläum in der Diözese Regensburg am 20.03., in welchem der Bischof selbst predigte und u.a. das Wirken des KDFB in der NS-Zeit würdigte und als Beispiel für die heutige Zeit herausstellte, die ebenso von Kampagnen gegen die Kirche geprägt sei. Frau Bohn war von 1998 bis 2006 Vorsitzende des Bundes und nahm am Festgottesdienst teil. Nach eigenen Worten könne sie nach der Predigt Bischof Müllers nicht mehr schweigen. Der Bischof habe den Frauen nicht für ihre ehrenamtliche Arbeit gedankt, sondern in taktloser, absurder und deplazierter Weise das Jubiläum hergenommen, um seinen Kampf mit der Presse auszufechten.

Nachdem das Bistum Regensburg bereits am 21.03. Ausschnitte aus der hervorragenden Predigt des Bischofs veröffentlicht hatte, erschienen nach einem Interview mit Frau Bohn am 24.03. in verschiedenen bayrischen Blättern Artikel mit gleichem Tenor wie später in der SZ, ohne auch nur einen Satz aus der Predigt zu zitieren.

Bereits am heutigen Tag antwortete der KDFB selbst mit einer Stellungnahme auf die Anschuldigungen gegen Bischof Müller. Der Diözesanverband stellte heraus, dass Bischof Müller sehr wohl das Wirken des Bundes in den letzten 100 Jahren und in der Gegenwart würdigte. Zugleich wird bedauert, dass die Predigt des Bischofs nach eigenen Interessen interpretiert wird. Die Stellungnahme schließt mit den klaren Worten:

„Wir distanzieren uns klar von den Aussagen der ehemaligen Diözesanvorsitzenden des KDFB, Johannette Bohn, die sie als Privatperson in der Mittelbayerischen Zeitung und der Donaupost/Straubinger Tagblatt vom 24. März kundgetan hat.“

Doch was war für Frau Bohn und die SZ so taktlos und deplaziert an Bischof Müllers Predigt? War es vielleicht der Verweis auf die aktuell stattfindende Kampagne gegen die Kirche und die Aufforderung, nicht auf die verkürzenden und verzerrenden Berichte der kirchenkritischen Presse und auf die antikirchlichen Schalmeien hereinzufallen, sondern treu zu dieser Kirche zu stehen und auf sie zu vertrauen?

Dass dies unerträgliche Worte für die kirchenkritische Presse sind, mag ja noch verständlich sein. Dass aber die ehemalige Vorsitzende eines katholischen Verbandes dagegen Sturm rennt, zeugt weder von Verbundenheit noch von Liebe zur Kirche. Darüber hinaus kann es nur als taktlos, absurd und deplaziert bezeichnet werden, wenn eine katholische Christin nach der Predigt ihres Hirten nicht das Gespräch mit diesem sucht, sondern gegen ihn in der kirchenfeindlichen Presse auftritt. Schweigen wäre doch besser gewesen!

[ Dr. Peter Görg ]

26. März 2010, 08:29

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