Lieder von Huub Oosterhuis verboten

Umstrittenes Liedgut für die Liturgie ungeeignet.

Gesangbuch (Foto: Walter Nett)Seine Texte und Lieder finden sich auch in so manchem deutschen, katholischen Gesangbuch. In den Niederlanden sind nun einige seiner Texte zensiert und für die Liturgie verboten worden. Die Rede ist von Hubertus (Huub) Oosterhuis. Oosterhuis wurde am 1. November 1933 in Amsterdam geboren und ist ein niederländischer Theologe und Dichter. Er war Jesuit, katholischer Priester und Studentenpfarrer in Amsterdam. Sein umfangreiches dichterisches Werk und seine Beiträge zur Erneuerung von Liturgie und Gemeindegesang fanden seit 1967 auch in deutschen Übersetzungen weite Verbreitung.

Seit 1969 wandte er sich der reformierten Kirche zu, weshalb die Verwendung seiner Lieder in der katholischen Kirche der Niederlande nicht unumstritten ist. Sein Denken und Schaffen fügt sich in die nachkonziliare Hermeneutik des Bruches. Insofern ist er ein Kind seiner Zeit.

Kreativität in der Liturgie
Oosterhuis spielte in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle in der Entfaltung der „freien Liturgie“-Praxis, die mitunter Bibellesungen durch, in liturgischen Arbeitsgruppen erarbeitete, Deutungsgeschichten ersetzte. In der Formulierung von Gebetstexten wurden ganz neue Zugänge gewagt, so z. B. in Oosterhuis′ eucharistischem Gebet für Agnostiker: „Herr, wenn Du existierst, so komme dann in unsere Mitte“.

Im Erzbistum Utrecht und im Bistum ´s-Hertogenbosch verboten
Nun sind in zwei niederländischen Bistümern einige Lieder Oosterhuis´, die in der Liturgie bis vor Kurzem Verwendung fanden, von den jeweiligen Zensoren der Bistümer als für die Liturgie untauglich befunden worden. Es handelt sich um Texte, in denen Gott nicht vorkommt, sagte Domkapitular Cor Mennen, Kirchenrechtler und Zensor des Bistums ´s-Hertogenbosch. Manche Texte seien banal und anthropozentrisch orientiert. Wenn “lex orandi”und “lex credendi” zusammengehörten, dann müssten Lieder biblisch sein. Freie Texte müssten daher theologisch korrekt und liturgisch brauchbar sein. Wo sie diesem Kriterium nicht entsprechen, könnten sie keinen Platz in der Liturgie haben. Auch der Zensor des Erzbistums Utrecht, der jüngst geweihte Weihbischof Hermann Woorts, zugleich Bischofsvikar für Liturgie, weist aus diesem Grund einige Lieder von Oosterhuis ab.

Niederländische Bischofskonferenz
Die Beurteilungen beider Zensoren liegt nun dem Nationalen Rat für Liturgie vor, einem Organ der Niederländischen Bischofskonferenz. Wenn sich die gesamte Bischofskonferenz das Urteil der Zensoren zu Eigen macht, werden in Zukunft eine Anzahl von Liedern, die aus der Feder Huub Oosterhuis stammen, in den niederländischen Kirchen nicht mehr zu hören sein.

[ Gero P. Weishaupt ]

22. März 2010, 18:23

© 2005 - 2013 by kathnews.de    |    Impressum