Hans Küng attackiert Benedikt XVI.
Umstrittener Theologe kritisiert Kirchenoberhaupt.
Schweiz (kathnews). „Wir haben seit dem Mittelalter eine verklemmte Theologie der Sexualität“, zu dieser Einschätzung kommt der umstrittene Theologe Hans Küng in einem Exklusiv-Interview mit der „SF Tagesschau“. Küng ist der Ansicht, dass diese verklemmte Sexualmoral in der priesterlichen Ehelosigkeit kulminiere und stellt den Zölibat in einen direkten Zusammenhang mit den Missbrauchs-Vorfällen an katholischen Bildungseinrichtungen. Daher kommt Küng zu dem Schluss, dass vieles besser wäre, wenn der Zölibat abgeschafft würde. Der Papst müsste die Diskussion über den Zölibat freigeben, so Küng, der bereits vor dreißig Jahren seine Lehrerlaubnis entzogen bekam.
Hans Küng wurde am 19. März 1928 in Sursee in der Schweiz geboren. Am 10. Oktober 1954 empfing er das Sakrament der Priesterweihe. 1960 ereilte ihn ein Ruf als Professor für Fundamentaltheologie an die Katholisch-Theologische Fakultät der Eberhard Karls Universität in Tübingen. Küng nahm auch als Experte am Zweiten Vatikanischen Konzil teil. In dieser Zeit wurde Küng besonders durch seine zahlreichen Öffentlichen Auftritte und als kritisch zu bewertenden Aussagen bekannt. Bereits 1965 rieten ihm Kardinal Ottaviani und Papst Paul VI. zu mehr Zurückhaltung und Geduld.
In diese Zeit fällt auch der Bruch zwischen dem damaligen Professor Joseph Ratzinger und Hans Küng, da Ratzinger sich in der Auseinandersetzung mit der 68er-Bewegung auf konservative Positionen festlegte, während Küng fortan nur noch als Papst- und Kirchenkritiker in der öffentlichen Wahrnehmung erschien. Heute noch sind besonders die Unfehlbarkeit des Papstes, das strikte Verbot der Abtreibung, die die Unmöglichkeit der Frauenordination und die Unsittlichkeit der künstlichen Empfängnisverhütung die Themen, mit denen Hans Küng in der Öffentlichkeit gegen Kirche und Papst polemisiert.
22. März 2010, 07:29