Katholiken in der CSU formieren sich
CSK gegründet.
München (kathnews). Am 06. März 2010 haben sich die Katholiken in der CSU um den ehemaligen Staatsminister Thomas Goppel, MdL in der CSU-Landesleitung zusammengefunden um den Gesprächskreis der ChristSozialen Katholiken (CSK) in der CSU zu gründen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand eine programmatische Zielsetzung des Gesprächskreises, der sich als Schnittstelle zwischen Politik und Amtskirche versteht. Goppel konnte neben verschiedenen Vertretern aus Kirche und Gesellschaft auch Norbert Geis, MdB, der als Vorreiter einer katholischen Gruppierung in der Union gilt, und den Europa-Parlamentarier Bernd Posselt, MdEP, begrüßen.
In der Vorstandssitzung der CSU am vergangenen Montag in der Nymphenburger Straße gab der Vorstand auf Vorschlag des Ministerpräsidenten und CSU-Parteivorsitzenden seine Zustimmung für die Installation eines katholischen Gesprächskreises. Seehofer verwies auf „nicht nur aktuelle Anlässe, die Meinung großer Gruppen innerhalb der Partei abzurufen.“ Das Interesse der Katholiken in der CSU daran, sei in den letzten Jahren nachhaltig angewachsen. Sichtlich gebe es den Debattenbedarf auch deshalb, weil der Blick auf die Wahlergebnisse der letzten Jahre zeige, dass „deutschlandweit rund zwei Millionen katholische Wähler nicht mehr bei der Union ihr Kreuzerl gemacht haben.“, so Seehofer.
Thomas Goppel, der von Seehofer als Vorsitzender des Katholikenkreises ins Amt berufen wurde, will mit den bisher landesweit deutlich über einhundert Interessenten an einer intensiven inhaltlichen Diskussion der Unionsgrundsätze dafür sorgen, „dass zukunftsweisende Entscheidungen der Partei stets auch den konkreten Blick auf die ursprüngliche Nachkriegsidee der Union, das christliche Menschenbild und seine konkrete Umsetzung richten.“
Mit ihrem Internetauftritt www.csu.de/csk und der Präsenz in sog. „Neuen Medien“ wie Facebook wollen die CSK ihre Offenheit für Diskussionen und Meinungsaustausch zwischen Mitgliedern, Parteiführung und Kirche deutlich machen. Laut Goppel soll eben diese Diskussion „weitgehend im Internet“ stattfinden.
Goppel, der am Samstag auch deutlich machte, dass er keine Lockerung des Zölibats fordere, sondern vielmehr künftig als Unterstützung für die Priester vielfältige Aufgaben der Kirche in der Hand von nicht zölibatär lebenden Mitarbeitern sieht, ist anlässlich der aktuellen Entwicklungen in einigen Internaten kirchlicher Führung der Meinung, die Amtskirche brauche den „politischen Stachel“, damit ans Tageslicht kommt, was morgen auch das noch vorhandene Vertrauen verspielt.
9. März 2010, 13:48