Mit vier Punkten gegen Missbrauch

Bistum Osnabrück präsentiert Vier-Punkte-Plan.

Brustkreuz (Foto: Schipp)Osnabrück (kathnews). Das Bistum Osnabrück hat einen Vier-Punkte-Plan gegen den Missbrauch Minderjähriger im kirchlichen Umfeld vorgelegt. Die in letzter Zeit vermehrt aufgedeckten Fälle „haben uns tief erschüttert und veranlasst, auch den Umgang unseres Bistums mit derartigen Fällen in Gegenwart und Vergangenheit zu überprüfen“, erklärte Generalvikar Theo Paul bei einer Pressekonferenz in Osnabrück. Die Aufklärung der jeweiligen Fälle werde „nach Kräften“ gefördert. Gleichzeitig müsse die Kirche immer auch an den Schutz der Opfer denken.

Der Vier-Punkte-Plan orientiert sich an den von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) vor wenigen Tagen vorgestellten Maßnahmen. Zunächst gelte es, die Wahrheit aufzudecken. „Frei von falscher Rücksichtnahme“ sollten auch Vorfälle gemeldet werden, die möglicherweise schon weit zurückliegen. „Wenn sich abzeichnet, dass sich ein Verbrechen ereignet hat, schalten wir die Staatsanwaltschaft ein“, kündigte der Generalvikar an.

Außerdem müssten die Leitlinien der DBK von 2002 ausgewertet werden. In diesem Sinne wurde bereits eine Kommission eingerichtet, „die bei Meldung eines Verdachts zum Einsatz kommt“. Man habe stets darauf geachtet, dass die Kommission nicht nur mit Priestern und Kirchenmitarbeitern besetzt ist, sondern auch mit externen, unabhängigen Experten. Dennoch werde in den nächsten Wochen geprüft, inwiefern die bestehenden Leitlinien der DBK und die Zusammensetzung der Kommission für das Bistum weiter angepasst werden müssen.

Drittens müsse die Prävention gestärkt werden, da wirksame Prävention der beste Opferschutz sei. Etwa bei der „Berufseinführung von Priestern und anderem pastoralen Personal“ seien schon Schulungsmodule zur Gestaltung von „Nähe und Distanz im kirchlichen Beruf“ initiiert worden. Auch in den Gruppenleiterschulungen für Kinder- und Jugendfreizeiten werde dieses Thema behandelt.

Schließlich werde man sich darum kümmern, Verantwortung zu verorten. „Mit unserer direkt vom Bischof eingesetzten Kommission ist die Verantwortung für den Umgang mit Missbrauchsfällen in unserem Bistum jenseits der Verwaltungsstruktur bereits gut verortet“, betonte Generalvikar Paul. Die angekündigte Einrichtung einer zentralen Stelle bei der DBK werde natürlich trotzdem begrüßt.

[ Martin Bürger ]

8. März 2010, 16:01

© 2005 - 2012 by kathnews.de    |    Impressum