Erzabt von St. Peter tritt zurück

Missbrauchsskandal weitet sich aus.

KollarkragenSalzburg (kathnews). Der Erzabt des Salzburger Benediktinerstifts Sankt Peter, P. Bruno Becker, hat seinen Rücktritt als Erzabt erklärt. Er zieht damit die Konsequenzen aus den gegen ihn erhobenen Missbrauchs-Vorwürfen. Wie die Abtei in einer Presseerklärung mitteilte, habe Erzabt Bruno bestätigt, dass er in den 1960er Jahren sexuelle Handlungen an einem damals Minderjährigen vorgenommen habe. Becker war damals bereits Mönch der Abtei St. Peter, jedoch noch kein Priester.

„Unmittelbar nach der Tat hatte sich Bruno Becker bei dem Betroffenen aufrichtig entschuldigt. Er bedauert auch heute noch diesen Vorfall aufs Tiefste und bittet um Verzeihung“, heißt es in der Mitteilung des Klosters.

Weiter heißt es in der Mitteilung des Stifts: „Seit diesem bedauerlichen Ereignis und in seiner ganzen seelsorgerischen Tätigkeit hat es von Seiten Beckers keinen einzigen Vorfall dieser Art weder an dem Betroffenen, noch an anderen Personen gegeben“. Wie es in der Mitteilung heißt, habe es nach der Ernennung Beckers zum Erzabt von Sankt Peter 2009 ein Treffen in Wien gegeben. Dabei waren ein Ombudsmann und eine Vertrauensperson des Opfers anwesend. Bei dieser Gelegenheit soll Erzabt Becker erneut sein Bedauern und aufrichtige Reue zum Ausdruck gebracht haben.

In der Zwischenzeit übernimmt der Prior der Benediktinerabtei die Leitung des Klosters. An der gewissenhaften Aufarbeitung des bedauerlichen Vorfalles wird mit Verantwortungsbewusstsein gearbeitet”, betont die Erzabtei. Becker war seit 2009 Erzabt von Sankt Peter und empfing am 16. Mai 2009 die Abtsbenediktion durch Erzbischof Dr. Alois Kothgasser.

[ Benjamin Greschner ]

8. März 2010, 19:11

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