Denkanstoß zum Kommunionempfang

Buchcover "Handkommunion oder Mundkommunion" (Foto: fe-verlag)Der Begriff „Kommunion“ leitet sich her von „communio“, dem lateinischen Wort für „Gemeinschaft“. Und doch ist der Augenblick des Empfangs der heiligen Kommunion seit der Einführung der Handkommunion in gewisser Hinsicht auch ein Augenblick der Spaltung innerhalb der Gläubigen. Die einen empfangen die konsekrierte Hostie direkt auf die Zunge, häufig kniend. Seit 2008 erfolgt die Kommunionspendung durch Papst Benedikt XVI. ausschließlich in dieser Form. Die anderen lassen sie sich auf die Hand legen und führen sie selbst in den Mund. In ihrem Büchlein „Handkommunion oder Mundkommunion“ gibt Monika Winter, die im Jahr 2004 zur römisch-katholischen Kirche zurückfand, einen „Denkanstoß zum Empfang der heiligen Eucharistie“, ohne dabei zu polemisieren und eine der beiden Möglichkeiten zu verurteilen. Sie wolle „niemandem seine persönliche Ehrfurcht im Moment des Empfanges der heiligen Kommunion absprechen“, macht Winter gleich zu Beginn deutlich.

Beinahe wie Meditationen lesen sich die kurzen, sehr persönlich gehaltenen Kapitel. Zu Beginn nimmt Winter gar nicht so sehr die Form des Kommunionempfangs in den Blick. Stattdessen schreibt sie über ihren Weg, der sie zunächst von der Kirche entfernte und schließlich „aus der Gnade Gottes“ wieder zurück in die Kirche führte. Damit nähert sie sich – über mehrere Kapitel hinweg – im wahrsten Sinne des Wortes von außen dem Geheimnis der Eucharistie und nimmt den Leser mit durch ihre Erfahrungen, die zu einem immer besseren Verständnis dieses Sakramentes führen.

Obwohl sie die Handkommunion nicht verurteilt, will die Autorin ihre Bevorzugung der Mundkommunion nicht verhehlen. „Je mehr wir uns der Mundkommunion zuwenden, umso mehr werden wir das Mysterium verstehen.“ Richtig beobachtet Winter, dass sich für den einen oder anderen Gläubigen durchaus die Frage stellt, was denn nun richtig und was falsch sei. Und auch ihre Antwort beschreibt treffend, was in vielen dieser Gläubigen vorgeht: „Mitgerissen in der Meinungsströmung der anderen entscheidet man sich für den bequemen Weg der Mehrheit. Unsere Herzensentscheidung wird aus Angst vor Ausgrenzung, aus Angst vor Ablehnung, aus Angst, anders zu sein, nicht berücksichtigt.“ Hier braucht der Betroffene sicher eine gehörige Portion Mut. Gleichzeitig tut vielerorts eine vernünftige Katechese und Aufklärung durch die zuständigen Priester Not.

Etwa in der Mitte des Büchleins findet sich eine Abbildung von der kleinen Elevation (gleichzeitiges Emporheben von Leib und Blut Christi zum Ende des Hochgebetes). Der Kelch ist dabei offensichtlich aus Holz – kein Material, das für die Verwendung in diesem liturgischen Bereich vorgesehen ist. Wenn jedoch gleichzeitig – und richtigerweise – darauf hingewiesen wird, dass die Mundkommunion die „Normalform des Kommunionempfangs“ sei, mutet es doch zumindest befremdlich an, dass bei der Bildauswahl weniger auf liturgische Korrektheit geachtet wurde. Dieser kleine Schönheitsfehler tut der Aktualität und Wichtigkeit des Büchleins indes keinen Abbruch. Man kann sich nur den Worten des Präfekten der Gottesdienstkongregation, Kardinal Cañizares, anschließen, dessen Schreiben an Monika Winter dem Büchlein vorangestellt ist: Wir müssen „je nach unserer Berufung alles, was in unserer Kraft steht, tun, um den Glauben an die Realpräsenz Christi und die Verehrung für das ‚Sacramentum Caritatis‘“ zu stärken.

Winter, Monika:
Handkommunion oder Mundkommunion.
Ein Denkanstoß zum Empfang der heiligen Eucharistie!
fe-medien
ISBN: 978-3-939684-66-4
28 Seiten
1,50 Euro

[ Martin Bürger ]

6. März 2010, 09:21

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