Missbrauchszahlen bei Priestern unterdurchschnittlich

Fakten legen andere Einschätzung nahe als Spiegel-Artikel.

Aktuelle Ausgabe des "Spiegels" (Bild: Der Spiegel)Münster (kathnews). Die jüngste Ausgabe des Magazins „Der Spiegel“ greift sowohl mit dem Titelbild als auch im entsprechenden Artikel die Kirche auf ungerechtfertigte Weise an. Tatsache sei vielmehr, dass die Fakten zu einer völlig anderen Einschätzung führten, erklärte Felizitas Küble in einer Pressemeldung des Christoferuswerks. Schon im vergangenen Dezember hatte der Vatikan-Beobachter bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Silvano Tomasi, dafür plädiert, bei Kindesmissbrauch nicht immer nur auf die katholische Kirche zu starren, sondern auch andere Gemeinschaften in den Blick zu nehmen und Zahlenvergleiche anzustellen.

Inzwischen liege exaktes Datenmaterial vor, das beweise, dass die Missbrauchszahlen innerhalb der Kirche tatsächlich weit unter dem üblichen Durchschnitt liegen. Ausgerechnet die vom „Spiegel“ veröffentlichten Zahlen über Missbrauchsfälle von Priestern bewiesen darüber hinaus, dass sexueller Mißbrauch bei katholischen Geistlichen sehr viel seltener vorkomme als bei anderen erwachsenen Männern, so Küble.

Prof. Dr. Hans-Ludwig Kröber, Mitherausgeber des Standardwerkes „Handbuch der Forensischen Psychiatrie“, fand heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Priester zum Missbrauchs-Täter wird, gut 36-mal geringer ist als bei Männern, die nicht zölibatär leben. Es bestehe allerdings aufgrund der einseitigen Medienberichterstattung die Gefahr, dass die Kirche in einen „Selbstgeißelungs-Furor“ gerate und alle Anschuldigungen ungeprüft hinnehme, erklärte Kröber. Auch angebliche Opfer müssten allerdings durchaus akzeptieren, dass man ihre Angaben sorgfältig überprüfe, erklärte Kröber abschließend.

[ Martin Bürger ]

9. Februar 2010, 17:47

© 2005 - 2010 by kathnews.de    |    Impressum