Muslime akzeptieren Minarettverbot

Msgr. Schroedel über die Situation im muslimischen Ägypten.

Flagge der SchweizMünchen (kathnews). Die Volksentscheidung zum Minarettverbot in der Schweiz sei von den Muslimen in Ägypten ohne Widerspruch akzeptiert worden. Gegenüber dem weltweiten Hilfswerk päpstlichen Rechts, „Kirche in Not“, sagte Msgr. Joachim Schroedel, es sei in Ägypten in keiner Weise gegen das Verbot demonstriert worden. Die Entscheidung der Schweizer sei von den ägyptischen Muslimen angenommen worden, ohne dass eine „negative Stimmung“ gegen Christen aufgekommen wäre.

Entscheidend sei dabei gewesen, dass in der Schweiz nicht der Islam oder eine Moschee an sich verboten worden sei, sondern nur die Art der Umsetzung, erklärte Schroedel das Schweigen der Muslime. Ähnliches sei auch schon beim Kopftuch-Verbot an öffentlichen Einrichtungen und Schulen in Frankreich festzustellen gewesen. Auch mit dieser Vorgabe hätten sich die Muslime in Ägypten ohne weiteres abgefunden.

Angewandt auf den interreligiösen Dialog konstatierte Schroedel, es sei manchmal besser, klare Grenzen abzustecken und hinter der eigenen christlichen Identität zu stehen. Damit erreiche man auf lange Sicht mehr Akzeptanz bei den Muslimen als mit übertriebener Toleranz, so lange man „freundschaftlich die Hand zur Versöhnung ausgestreckt“ lasse, betonte Schroedel.

[ Martin Bürger ]

8. Februar 2010, 20:14

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