EU würdigt kirchliches Engagement
Parlamentspräsident sieht Kirche in zentraler Rolle.
Straßburg (kathnews). Jerzy Buzek, ehemaliger Ministerpräsident Polens und gegenwärtiger Präsident des Europäischen Parlaments in Straßburg, würdigte am Freitag die Rolle der Kirche für ein soziales Europa. Solidarität und Zusammenhalt bezeichnete er dabei als „wesentlich für die Europäische Gemeinschaft“. Dies sagte Buzek anlässlich des Neujahrsempfangs der Diakonie in Berlin. Die Europäische Union (EU) schätze die Kirche und brauche sie, sagte der Politiker. Die Solidarität bezeichnete er als „das Herz der christlichen Werte“.
Vor diesem Hintergrund benenne der Vertrag von Lissabon den spezifischen Beitrag der Kirchen und Religionsgemeinschaften zum Gelingen der europäischen Idee ausdrücklich. Der Vertrag von Lissabon ist gerade in konservativeren Kirchenkreisen sehr umstritten und wird bislang durch eine Vielzahl von katholischen Gläubigen und Politikern abgelehnt. Der Geist der Solidarität sei auch wesentlich für das Europäische Jahr 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Der Parlaments-Präsident betonte weiter, dass der Kampf gegen Armut nicht nur eine Frage der Großzügigkeit sei. Vielmehr liege er im Interesse der Gesellschaften.
Seit dem 14. Juli 2009 ist Jerzy Karol Buzek Präsident des Europäischen Parlaments. Geboren wurde er am 3. Juli 1940 in Smilowitz, einer Gemeinde, die mittlerweile zur Tschechischen Republik gehört. Nach dem Abitur studierte er Chemie und schloss dieses Studium mit dem Titel eines „Ingenieurs für Chemie“ ab. Buzek zählte in den 1980er Jahren zu den führenden Mitgliedern der polnischen Gewerkschaft Solidarność und leitete 1981 den ersten Solidarność-Kongress. Ab 1997 war er Ministerpräsident Polens. Dieses Amt übte er bis 2001 aus. Seit 2004 ist er Abgeordneter des Europäischen Parlaments.
6. Februar 2010, 22:06