Mehr als 200.000 Tote in Haiti

Regierung legt Bilanz des Grauens vor.

Zerstörtes Zentrum von Port-au-Prince (Foto: UN)Port-au-Prince (kathnews). Drei Wochen nach dem schweren Erdbeben in Haiti legt die Regierung des Landes eine traurige Bilanz vor. Demnach habe das Erdbeben mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet, mehr als 300.000 Menschen seien nach dem vorliegenden Bericht teils schwer verletzt worden. Das Erdbeben in Haiti wird damit zu einer Katastrophe von nie da gewesenem Ausmaß. Mehr als 250.000 Gebäude wurden bei dem Beben völlig zerstört, rund eine Million Menschen sind obdachlos geworden, leben seither auf der Straße oder in Behelfsunterkünften. Nach aktuellen Medienberichten stellen diese Zahlen jedoch keinen Abschlussbericht vor: die Opferzahlen steigen weiter.

Man geht davon aus, dass es in den kommenden Wochen und Monaten noch weiter steigende Opferzahlen geben werde, da die momentane Opferbilanz lediglich die bislang geborgenen Toten erfasst. All jene Menschen, die zurzeit noch unter Trümmern verschüttet sind, konnten dabei nicht berücksichtigt werden. Unterdessen steigt die Angst vor Nachbeben: „Es wird vermutlich noch starke Nachbeben geben, niemand sollte sich in falscher Sicherheit wiegen“, sagte der Wissenschaftler Eric Calais dem haitianischen Sender RFM.

Unterdessen bauen die Malteser ihre Arbeit vor Ort immer weiter aus. „Heute ca. 110 Patienten. Sichtung zweier Dörfer. Wir versuchen, ein zweites Camp einzurichten, da die Versorgung der Menschen noch sehr spärlich ist. So viele Kinder! Hatte Tränen in den Augen“, berichtet Tobias Kann, der derzeit für Malteser International ehrenamtlich in Leogane im Einsatz ist. Derzeit sind die Malteser mit elf internationalen Kräften auf Haiti im Einsatz, darunter sieben Deutsche. Verstärkt wird das Team durch vier weitere Deutsche, die vorgestern in das Krisengebiet entsandt wurden.

Am vergangenen Freitag hatten die Malteser von ihren argentinischen Partnern die Leitung des Gesundheitspostens in Leogane übernommen, wo bereits in den vergangenen Wochen mehr als 2.000 Patienten behandelt wurden.

[ Benjamin Greschner ]

4. Februar 2010, 10:04

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