Italiener für Kreuze in Schulen

Meinungsumfrage beweist Offenheit gegenüber Kreuzen im öffentlichen Raum.

KruzifixRom (kathnews). Die Anbringung von Kreuzen in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden erfährt in Italien mehrheitlich Zustimmung. Einer in diesen Tagen publizierten Umfrage des privaten Instituts für Meinungsforschung „Eurispes“ zufolge befürworten rund 60 Prozent der italienischen Bevölkerung die Anbringung von Kreuzen in staatlichen Gebäuden. Dazu kommen zwölf Prozent, die für Kreuze votieren, solange nicht die Gefühle Andersgläubiger verletzt würden.

Demgegenüber vertreten gut 17 Prozent der Befragten die Meinung, die Anbringung von Kreuzen in öffentlichen Gebäuden sei ein Zeichen mangelnden Respekts gegenüber anderen Religionen oder gar ein Verstoß gegen die Freiheit der Religion bzw. des Kultes. Darüber hinaus untersuchte „Eurispes“ die Religiosität der Italiener. In etwa 24 Prozent seien praktizierende Katholiken, weitere 52 Prozent betrachteten sich als katholisch. Nicht gläubig bzw. atheistisch seien 18 Prozent der Bevölkerung, so „Eurispes“.

Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hatte sich Anfang November 2009 gegen Kruzifixe in italienischen Klassenzimmern ausgesprochen. Damit gaben die Richter einer Klägerin Recht, die vor italienischen Gerichten bislang vergeblich gegen die Anbringung von Kruzifixen in staatlichen Schulen geklagt hatte. Zur Urteilsbegründung erklärten die verantwortlichen Richter, dass Kruzifixe eindeutig ein religiöses Symbol seien. Dies könne, so die Argumentation der Richter, für Kinder, die anderen Religionen angehörten oder nicht gläubig seien, verstörend wirken.

[ Martin Bürger ]

31. Januar 2010, 13:28

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