Für eine neue Politiker-Generation
Kardinal Bagnasco verweist Politiker auf christliche Werte.
Rom (kathnews). Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Genua, Angelo Kardinal Bagnasco, hat katholische Politiker zu einer Besinnung auf christliche Werte aufgerufen. Dies meldet das Kölner Domradio. Bagnasco sagte demnach, dass nun eine neue Generation von katholischen Politikern gefragt sei, die unermüdlich für das Gemeinwohl eintreten müssten. Der Kardinal brachte diese Thematik bei der Eröffnung des ständigen Rates der italienischen Bischofskonferenz zur Sprache. Er betonte mit Entschiedenheit, dass katholische Politiker stets darauf achten müssten, dass ihre Entscheidungen auch mit ihrem Glauben und der Lehre der Kirche zu vereinbaren seien.
Anschließend sprach er auch über den Synagogen-Besuch des Heiligen Vaters. Diesen wertete er als einen „großen Schritt“ für den interreligiösen Dialog. Der Kardinal wörtlich: „Die Resonanz, die dieser historische Besuch auch international gehabt hat, bezeugt, dass der Dialog der unbestreitbare Weg ist, um Unverständnis und Vorurteile zu überwinden. Papst Johannes Pauls Geste, vor fast 25 Jahren gemacht, ist nun von Papst Benedikt XVI. bestätigt und verstärkt worden.“
Weiter sagte er: „Die von seinem Vorgänger niedergerissene Mauer ist für Benedikt zu einer Brücke der Nähe und Brüderlichkeit geworden, ja beide werden bereits praktiziert. Das unvergleichliche Gefühl des ersten Treffens hat sich nun in kraftvolle Argumentation verwandelt: in der Heiligen Schrift ein festes und ewiges Fundament zu finden, sich auf die Zehn Gebote zu stützen und daran zu erinnern, dass die Verbindung zwischen Christentum und Judentum auf einer gemeinsamen spirituellen Identität beruht“.
Erzbischof Angelo Kardinal Bagnasco wurde am 14. Januar 1943 in Pontevico (Italien) geboren. Nach den philosophisch-theologischen Studien empfing er am 29. Juni 1966 im Lorenzdom von Genua das Sakrament der Priesterweihe. 1995 wurde er zum Bischofsvikar und Spiritual des erzbischöflichen Priesterseminars der Erzdiözese Genua ernannt. 1998 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Pesaro. Durch die Erhebung der Diözese zum Erzbistum wurde Bagnasco zum Erzbischof erhoben. Er war somit der erste Erzbischof von Pesaro in der Geschichte der Diözese.
Am 29. August 2006 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von Genua, da der bisherige Erzbischof von Genua, Tarcisio Kardinal Bertone, als Kardinalstaatssekretär an die römische Kurie wechselte. Seit dem 7. März 2007 ist er Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz. Angelo Kardinal Bagnasco ist ein entschiedener Gegner der gesetzlichen Legalisierung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften. Aufgrund öffentlicher Äußerungen gegen die „Homo-Ehe“ erhielt der Erzbischof bereits mehrere Morddrohungen. Seitdem steht er unter Polizeischutz.
29. Januar 2010, 09:11