Bischof Iby feiert 75. Geburtstag
Rücktrittsgesuch bereits eingereicht.
Eisenstadt (kathnews). Am Samstag vollendete Paul Iby, Bischof der Diözese Eisenstadt/Burgenland, sein 75. Lebensjahr. Er erreicht damit das Alter, in dem Bischöfe dem Heiligen Vater ein Rücktrittsgesuch einreichen und ihren Bischofssitz zur Neubesetzung zur Verfügung stellen müssen. Gegenüber dem Österreichischen Rundfunk (ORF) sagte Iby, dass er sein Rücktrittsgesuch bereits vor Weihnachten an den Heiligen Stuhl gerichtet habe. Jedoch habe er dem Schreiben an Papst Benedikt XVI. eine persönliche Bitte beigefügt. Die Diözese Eisenstadt feiert in diesem Jahr das 50-Jahr-Jubiläum. Er habe den Beginn der Diözese als Kaplan miterlebt und wolle daher dieses Fest aktiv mitfeiern, so Bischof Iby.
Anlässlich seines 75. Geburtstages blickt Kathnews auf das Leben und Wirken des Bischofs von Eisenstadt. Geboren wurde er am 23. Januar 1935 in der österreichischen Gemeinde Raiding. Der Ort Raiding, auf ungarisch Doborján, ist auch der Geburtsort des Pianisten und Komponisten Franz Liszt. Ibys Familie stammte aus Ungarn und war in der Landwirtschaft tätig. Nach der Matura studierte der Theologie und Philosophie, bevor er am 29. Juni 1959 das Sakrament der Priesterweihe empfing. Anschließend ging Iby nach Italien um an der päpstlichen Universität Gregoriana zu studieren. Dort erlangte er einen Doktorgrad im Kirchenrecht.
Bekannt ist eine Anekdote aus Ibys Seminarzeit. Damals war er in den Ferien auf Heimaturlaub bei seiner Familie. Nach Beendigung des Urlaubs musste ihm der zuständige Heimatpfarrer ein Zeugnis ausstellen, dass anschließend der Seminarleitung vorgelegt wurde. So sollte sichergestellt werden, dass die Seminaristen sich auch während ihrer Freizeit eines vorbildlichen Lebenswandels bemühten. Pfarrer Emmerich Karl Horvath, Ibys Heimatpfarrer und späterer Primizprediger, schrieb damals an die Seminarleitung: „…daß Paul Iby sich bestens aufgeführt hat. Man kann ihm nur ein gutes Zeugnis ausstellen. Ohne viel Worte zu machen, aus dem Buben kann etwas werden“.
1967 ereilte ihn ein Ruf, der ihn wieder in seine alte Heimat zurückführen sollte. Stephan László, damaliger Bischof seiner Heimatdiözese Eisenstadt, berief den jungen Priester zu seinem persönlichen Sekretär. In den Folgejahren wurde Paul Iby zusätzlich noch zum Leiter der diözesanen Caritas und des Schulamtes der Diözese Eisenstadt bestellt. Ab 1974 war er darüber hinaus auch Leiter des bischöflichen Sekretariats und wurde 1977 zum Ordinariatskanzler ernannt. Dieses Amt übte er bis zu seiner Ernennung zum Generalvikar im Jahr 1984 aus.
Am28. Dezember 1992 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Eisenstadt. Die Bischofsweihe spendete ihm im Januar 1993 sein direkter Amtsvorgänger und langjähriger Förderer Stephan László. Bischof Paul Iby erhielt 2007 das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich.
24. Januar 2010, 11:58