Verwirrter Mann greift Krippe an

Erneut Zwischenfall im Vatikan.

Flagge des VatikanVatikan (kathnews). Eine Woche nach dem gefährlichen Angriff auf den Papst zu Beginn der Christmette im Petersdom, bei dem Papst Benedikt XVI. zu Boden gerissen und ein französischer Kardinal schwer verletzt wurde, kam es zu einem erneuten Zwischenfall im Vatikan. Italienische Medien berichten, dass es einem 54-jährigen Mann gelungen sei, sich über die Sicherheitsvorkehrungen an der großen Krippe auf dem Petersplatz hinwegzusetzen, um die Krippenfiguren zu zerstören. Der Vorfall ereignete sich nach vorliegenden Medieninformationen am Mittwochabend. Der Mann sei jedoch noch rechtzeitig von der vatikanischen Gendarmerie aufgehalten worden, heißt es in den Berichten.

Anschließend wurde der geistig verwirrte Italiener in ein Klinikum unweit des Kirchenstaates gebracht. Dort sollte er untersucht werden. Ihm gelang jedoch die Flucht. Anschließend kletterte der Mann auf einen Brunnen auf der römischen Piazza Navona, wo er sich zu entkleiden begann. Italienischen Polizisten gelang es, den Mann von seinem Vorhaben abzubringen. Er wurde anschließend erneut in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Niemand wurde verletzte und auch die vatikanische Krippe und der Brunnen auf der Piazza Navona haben die Zwischenfälle unbeschadet überstanden.

Die vatikanische Krippe zählt zu den größten und schönsten Krippen weltweit. Auf einer Fläche von knapp 300 Quadratmetern und bei einer Breite von mehr als 25 Metern zeigt die Krippe zahlreiche Figuren aus der biblischen Weihnachtsgeschichte in Lebensgröße. Die Figuren sind teilweise mehr als 150 Jahre alt und stammen aus der römischen Kirche Sant’ Andrea della Valle, zwei Engelsfiguren stammen jedoch aus Mexiko. Seit 1982 gibt es alljährlich eine Krippe auf dem Petersplatz, eine Tradition, die Papst Johannes Paul II. begann und die nun von Benedikt XVI. bereits zum fünften Mal fortgeführt wird.

Bereits an Heiligabend kam es im Petersdom zu einem Zwischenfall. Eine verwirrte Frau stürzte sich auf den Papst und riss ihn zu Boden. Der Pontifex stürzte, verlor Mitra und Kreuzstab und musste von seinen Assistenten aufgerichtet werden. Anschließend konnte er die Heilige Messe unbeschadet und planmäßig fortsetzen. Bei dem Angriff wurde der französische Kardinal Roger Etchegaray zu Boden gerissen und verletzt. Er musste am vergangenen Sonntag operiert werden, da er sich bei dem Angriff einen Oberschenkelhalsbruch zuzog. Wie Augenzeugen berichteten, war der Kardinal gestürzt, als die junge Angreiferin sich aus dem Gewahrsam der Sicherheitskräfte befreien konnte und zu flüchten versuchte. Dabei rannte sie wohl gegen den französischen Kirchenfürsten, der anschließend zu Boden stürzte.

[ Benjamin Greschner ]

31. Dezember 2009, 14:48

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