Heilige Messe am Hochaltar

Kardinal Meisner zelebrierte hl. Messe “zum Herrn” hin.

Joachim Kardinal Meisner (Foto: Pressestelle Erzbistum Köln)Köln (kathnews). Am Fest der Unschuldigen Kinder, dem 28. Dezember, hat der Kölner Kardinal Joachim Meisner das Festhochamt im Kölner Dom am Hochalter in der gotischen Chorhalle zelebriert. Dort befindet sich der Dreikönigsschrein. In seiner Einführung wies der Kölner Metropolit darauf hin, dass es naheliegend sei, an diesem Fest vor dem Schrein der Heiligen Drei Könige, die zwar nicht Grund, aber jedoch Ursache für den Kindermord zu Bethlehem gewesen seien, das Messopfer zu feiern. Es sei darüber hinaus das erste Mal in seiner 21jährigen Amtszeit, dass er in der Weihnachtszeit am Dreikönigsschrein die Heilige Messe feiere.

Konzil geht von der Zelebration “zum Herrn” aus
Die Zelebration “zum Herrn”, bei der der Priester sich gemeinsam mit dem Volk zum Osten hin wendet und das Messopfer darbringt, ist die normale Zelebrationsrichtung. Das Römische Missale Pauls VI. geht weiterhin von dieser Zelebrationsrichtung aus. Das Zweite Vatikanische Konzil hat nicht angeordnet, die Messe zum Volk hin zu zelebrieren. Auch nachkonziliare Dokumente gehen von Zelebrationsrichtung “zum Herrn” hin aus. Die Zelebration zum Volk hin wird von den Dokumenten nicht intendiert, sondern als eine Folge der Trennung des Altares von der Wand angesehen.

Der Altar soll – wo das architektonisch möglich ist – frei stehen und vom Priester umschritten werden können. Durch diese Trennung von der Wand ist eine Zelebration zum Volk hin möglich, aber nicht intendiert, schon gar nicht vorgeschrieben. Geltendes Recht ist weiterhin die Zelebration “zum Herrn”, also zum Osten, in Richtung des kommenden Christus. Eine Pflicht zur Zelebration zum Volk hin wird weder vom Zweiten Vatikanischen Konzil noch in kirchlichen Dokumenten nach dem Konzil ausgedrückt.

Papst Benedikt XVI. zelebriert vorbildlich
Papst Benedikt hat neulich in der Cappella Paulina des Apostolischen Palastes an dem von der Wand getrennten Altar zum Herrn hin die Messe gefeiert. Am bevorstehenden Fest der Taufe des Herrn wird er in er Cappella Sixtina, den Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils und den nachkonziliaren Dokumenten gemäß, die Messe zum Osten hin zelebrieren.

Gemeinsame Richtung von Priester und Volk
In seinem Buch “Der Geist der Liturgie” erinnerte Joseph Kardinal Ratzinger/Benedikt XVI. daran, dass die Wendung des Priesters zum Volk die Gemeinde zu einem in sich geschlossenen Kreis formt. Wörtlich schreibt er: “Sie ist – von der Gestalt her – nicht mehr nach vorne und oben aufgebrochen, sondern schließt sich in sich selber. Die gemeinsame Wendung nach Osten war nicht „Zelebration zur Wand“, bedeutet nicht, dass der Priester „dem Volk den Rücken zeigt“: So wichtig war er gar nicht genommen.

Denn wie man in der Synagoge gemeinsam nach Jerusalem blickte, so hier gemeinsam „zum Herrn hin“. Es handelte sich – wie es einer der Väter der Liturgiekonstituton des II. Vaticanums, Josef Andreas Jungmann ausdrückte – vielmehr um eine Gleichrichtung von Priester und Volk, die sich gemeinsam in der Prozession zum Herrn hin wusste. Sie schließen sich nicht zum Kreis, schauen sich nicht gegenseitig an, sondern sind als wanderndes Gottesvolk im Aufbruch zum Oriens, zum kommenden Christus, der uns entgegengeht.”

[ Gero P. Weishaupt ]

31. Dezember 2009, 11:39

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