Zur Person: Papst Silvester
Mit bunten Feuerwerken, fröhlichen Feiern, Sekt und viel Euphorie wird heute das alte Jahr verabschiedet: es ist Silvester, der letzte Tag im Jahr. Im ganzen Land wird das neue Jahr mit großer Erwartung begrüßt. Benannt ist der heutige Tag nach dem hl. Papst Silvester I., dessen Gedächtnis die Weltkirche am 31. Dezember begeht. Doch wer war dieser Papst? Geboren wurde er in Rom. Sein Geburtsjahr ist nicht genau überliefert. Bekannt ist nur, dass er noch vor der Christenverfolgung des Diokletian zum Priester geweiht wurde. Seine Weihe dürfte also vor dem Jahr 284 liegen.
313 erkannte Kaiser Konstantin der Große das Christentum an und sicherte jedem römischen Staatsbürger das Recht zu, sich zur Kirche zu bekennen. Im Folgejahr bestieg Silvester als Bischof von Rom den Stuhl des hl. Apostelfürsten Petrus. Papst Silvester ist der Nachwelt besonders durch seine Standhaftigkeit und seine Ausdauer bekannt.
Zahlreiche Legenden ragen sich um das Leben und Wirken dieses Papstes. So soll es sich zugetragen haben, dass ein römischer Statthalter ihn zwingen wollte, die Besitztümer von Christen herauszugeben. Silvester hielt seinen Drohgebärden stand, bis der Statthalter beim Essen an einer Fischgräte erstickte. Weitere Legenden berichten davon, dass er Kaiser Konstantin getauft habe. Eine weitere Legende berichtet davon, dass Papst Silvester sich in einem Streitgespräch mit zwölf jüdischen Rabbinern befunden habe, als einer der Rabbiner durch die bloße Nennung des Namens Gottes einen Stier tötete.
Es heißt, auf diese Weise habe der Rabbiner versucht, dem Papst die Macht ihres Glaubens zu demonstrieren. Glaubt man der Legende, gelang es Papst Silvester im Anschluss, den getöteten Stier allein durch seinen Glauben wieder zum Leben zu erwecken. Es heißt, die zwölf Rabbiner haben sich sofort taufen lassen und wurden Christen.
Papst Silvester starb am 31. Dezember 335 in Rom. Bereits seit dem 5. Jahrhundert wird Silvester als Heiliger verehrt. Dass sein Todestag der letzte Tag des kalendarischen Jahres ist, verdankt er der Kalenderreform Papst Gregors XIII. 1582 schaffte dieser nämlich den Julianischen Kalender ab und setzte den Gregorianischen Kalender als einzig gültigen Kalender ein. Der Gregorianische Kalender ist heute noch gültig. Grundsätzlich muss festgestellt werden, dass Gregor XIII. den 31. Dezember nicht explizit als den letzten Tag des kalendarischen Jahres festlegte.
Jedoch fügte er seiner Bulle eine Liste der Heiligengedächtnisse und Festtage für das Folgejahr bei, welche mit dem Gedächtnis des Heiligen Papstes Silvester I. endete. Der 31. Dezember war somit im erstmals der letzte Tag eines kalendarischen Jahres. Als Papst Innozenz XII. im Jahr 1691 den 1. Januar offiziell als den Beginn des Kalenderjahres proklamierte wurde der Festtag des hl. Silvester endgültig zum letzten Tag des Jahres.
31. Dezember 2009, 09:46