Vom Fischer zum Menschenfischer
Am 30. November begeht die Kirche den Gedenktag des hl. Apostels Andreas. An diesem ehrwürdigen Tag beginnt zudem das neue Kirchenjahr. In den alten Brevieren eröffnete der Apostel das Sanctorale, das Jahr der Heiligen. Andreas stammte aus Bethsaida in Galiläa und lebte in Kafarnaum am See Genezareth. Er und sein Bruder Simon, der spätere hl. Apostelfürst Petrus, arbeiteten dort zusammen als Fischer.
Der hl. Johannes der Täufer verkündete zu jener Zeit voller Leidenschaft das Kommen des Messias. Der Fischer Andreas schloss sich zunächst dem Täufer an und wurde sein Jünger. Als sie und ein weiterer seiner Jünger am Jordan weilten, richtete Johannes der Täufer seinen Blick auf Christus und sagte: „Seht, das Lamm Gottes!“ (Joh 1,36). Von nun an folgte Andreas dem Messias. Er ist der erste mit dem Namen benannte Apostel Jesu Christi. Daher wird der hl. Apostel Andreas auch als der „Erstberufene“ bezeichnet.
Die Freude über den gefundenen Messias war so groß, dass er seinem Bruder Simon davon berichtete und ihn zu Christus führte. Von Christus erhielt Simon den Namen Kephas, das bedeutet: Der Fels (Petrus). Der Messias sprach zu den Brüdern: „Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ (Mt 4,19). Sie folgten IHM nach.
Wie es ihm Christus aufgetragen hatte, ging der Apostel Andreas auf die Missionsreise. Er reiste in verschiedene Gebiete um das Schwarze Meer und nach Griechenland. Ferner soll er in Kurdistan und Georgien gepredigt haben. Schließlich ließ er sich in Patras, in Griechenland nieder. Auch hier verkündete Andreas unbehelligt das Evangelium Jesu Christi und bewirkte weiterhin zahlreiche Bekehrungen.
Der Statthalter Ägeas lehnte den christlichen Glauben jedoch strikt ab. Er war ein Christenhasser und zwang den Apostel zum Götzendienst. Dem widersetzte sich Andreas ausdrücklich und hielt unbeirrt an der Lehre Jesu Christi fest. Daraufhin wurde er verhaftet und zum Kreuzestod verurteilt. Seine Hinrichtung erfolgte an einem X-förmigen Kreuz. Selbst am Kreuze hängend predigte Andreas dem Volk noch zwei Tage lang. So starb er am 30. November 60/62 den Märtyrertod in Patras, in Griechenland.
30. November 2009, 15:03