Neuer Hirtenstab für Papst Benedikt

Schon die dritte Ferula in seinem Pontifikat.

Papst Benedikt XVI.Vatikan (kathnews). Pünktlich zum Beginn des neuen Kirchenjahres wird ein neuer Bischofsstab in den päpstlichen Liturgien Verwendung finden. Wie die Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ vom 28. November 2009 berichtet, komme die neue Ferula erstmals in der Ersten Vesper vom Ersten Adventssonntag zum Einsatz, welcher der Heilige Vater am morgigen Samstag ab 17:00 Uhr vorstehen wird. Es ist dies bereits das dritte Bischofsstab, den Papst Benedikt XVI. seit seiner Wahl zum Nachfolger Petri gebraucht. Zunächst hatte er den mattsilbernen Stab von Papst Paul VI. übernommen, den auch die beiden unmittelbaren Vorgänger Benedikt XVI. verwendet hatten. Dieser Hirtenstab war von dem neapolitanischen Bildhauer Lello Scorzelli entworfen worden.

Seit dem Palmsonntag des Jahres 2008 hatte Papst Benedikt XVI. diesen Kreuzstab nicht mehr benutzt, sondern auf eine vergoldete Ferula zurückgegriffen, die unter Papst Pius IX. allerdings noch als Vortragekreuz in Gebrauch war. Im Gegensatz zu der Version von Scorzelli handelte es sich nicht um ein Kruzifix, sondern vielmehr um ein einfaches Kreuz ohne Abbild des Gekreuzigten. Die Veränderung war damals von Msgr. Guido Marini, dem päpstlichen Zeremonienmeister, unter anderem mit einer Gewichtsersparnis von gut 500 Gramm begründet worden.

Die neue Ferula ist nochmal exakt 140 Gramm leichter und wiegt noch rund zweieinhalb Kilo. Wie schon der Papst Pius’ IX., so ist auch der neue Hirtenstab vergoldet und kommt ohne eine Darstellung des gekreuzigten Christus daher. Er ist genau 1,84 Meter groß und überragt den Heiligen Vater damit etwas. Auf der Vorderseite des neuen Hirtenstabs steht das Osterlamm im Mittelpunkt. Die vier Enden des Kreuzes zeigen die Symbole der vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Das Motiv des Netzes auf dem Querbalken des Kreuzes soll an Petrus, den Menschenfischer, erinnern.

Eingraviert auf der Rückseite ist in der Mitte das Monogramm Christi, das aus den ersten beiden Buchstaben des griechischischen Wortes „Christos“, X und P (Chi und Rho), besteht. An den vier Enden sind die Gesichter der Kirchenväter des Westens und des Ostens zu sehen: Augustinus und Ambrosius sowie Athanasius und Johannes Chrysostomus. „Das Lamm und das Monogramm Christi in der Mitte spiegeln die Einheit des österlichen Geheimnisses wider: Kreuz und Auferstehung“, erklärt Msgr. Guido Marini. Der Ring unterhalb des Kreuzes zeigt ferner den Namen des Heiligen Vaters. Außerdem findet sich auf dem Kreuz das Wappen Papst Benedikts XVI.

[ Martin Bürger ]

27. November 2009, 21:01

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