Dem Glaubensverlust auf der Spur
Kürzlich hatte ich die Gelegenheit mit einem Priester über die großen Differenzen zwischen dem Sakramentenverständnis der Kirche und der Auffassung der Gläubigen zu sprechen. Schnell kamen wir auf ein sehr zentrales Thema dieser Problemsituation: das Heilige Messopfer, die Eucharistie und daraus resultierend die Realpräsenz. Lange haben wir darüber nachgedacht, warum immer weniger Katholiken wissen, dass die Heilige Kommunion eben nicht nur die Feier des Abendmahls ist. Anschließend begab ich mich im Internet auf die Suche nach Fehlerquellen, mit verwunderlichen Ergebnissen.
Ich gelangte schnell auf das Portal der Katholischen Kirche in Deutschland, eine Internetseite die im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz herausgegeben wird. Gemäß Impressum der Website handelt es sich bei der genannten Seite um die offizielle Internetseite der Katholischen Kirche in Deutschland. Mit diesen Informationen ausgestattet begab ich mich auf die Suche nach Informationen über die Heilige Messe, das Sakramentenverständnis und natürlich die Heilige Kommunion. Vorteilhaft: das Portal verfügt über eine eigene Kategorie, in der Glaubensthemen behandelt werden, so auch die Erstkommunion.
Hier erfuhr ich, was scheinbar der zentrale Punkt der Erstkommunion zu sein scheint: „In der Erstkommunion erfahren Kinder die einladende Gemeinschaft mit Gott. Sie werden in die Mahlgemeinschaft mit Gott und der Gemeinde aufgenommen“. Eine nicht ganz so fundierte Antwort, wie ich sie auf einem offiziellen kirchlichen Portal erwartet hätte. Nicht wirklich zufrieden mit dieser Antwort setzte ich meine Suche auf der Website fort und fand zwei Artikel, von denen ich annahm, dass sie die gewünschten Informationen enthalten könnten. Es handelte sich dabei um einen Artikel von Jugendbischof Franz-Josef Bode und ein Interview mit der Jugendbuchautorin Jutta Richter. Doch wieder keine präzisen Aussagen zum Kommunionsverständnis der Kirche.
Später gelangte ich dann auf das Videoportal der Internetseite und entdeckte einen Kurzbeitrag über die Erstkommunionvorbereitung eines jungen Mädchens, dass mehr über den Glauben lernen wollte. Spätestens hier jedoch musste ich feststellen, dass meine Suche nach verständlichen und klaren Aussagen scheinbar vergebens sein sollte. Die Sprecherin des Beitrags überraschte nämlich mit einer erstaunlichen Definition der Erstkommunion: „Die Erstkommunion ist ein großes Fest in der katholischen Kirche. Dabei empfangen die Kinder zum ersten Mal das Heilige Brot und werden in die Mahlgemeinschaft aufgenommen“.
In der Mitte des Beitrags dann ein weiterer Satz, dessen Katholizität mehr als fragwürdig sein dürfte. Die Sprecherin: „Katholiken glauben, dass beim Abendmahl Brot in Heiliges Brot, den Leib Christi, verwandelt wird“. Zitate, die für mich doch sehr befremdlich wirkten. Heiliges Brot? Mahlgemeinschaft? Kann es sein, dass man hier bewusst versucht, für die Ökumene unangenehme Wahrheiten wie die Realpräsenz, dass Messopfer und die wirklich stattfindende leibliche Begegnung mit Jesus Christus im Allerheiligsten Sakrament auszusparen? Ist das wirklich der Glaube der Kirche?
Als einfacher Katholik ist es nicht meine Aufgabe, den deutschen Bischöfen mit erhobenem Zeigefinger zu deuten, wo die Probleme unserer Zeit liegen. Doch ein kurzer Blick auf oben genannte Inhalte dürfte wohl sehr hilfreich sein, bei der Suche nach dem „Warum?“, wenn Katholiken ihren eignen Glauben nicht mehr verstehen können.
12. November 2009, 09:47